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Immanuel Kant Die Ethik des Führens (S. 143-144)
Im Jahre 1724 geboren, wächst Immanuel Kant als Sohn eines Sattlermeisters in bescheidenen Verhältnissen auf. Seine Erziehung ist stark von den Überzeugungen seiner protestantischen, tief religiösen Eltern geprägt. An der Königsberger Universität studiert Kant unter anderem Mathematik, Naturwissenschaft, Theologie und Philosophie. Nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1746 verlässt Kant die Universität und wird in der näheren Umgebung von Königsberg als Hauslehrer tätig, unter anderem bei einem Gutsbesitzer und einem Grafen, was dem jungen Kant auch den Erwerb gehobener Umgangsformen ermöglicht. Nach Promotion und Habilitation folgen Veröffentlichungen im Bereich der Astronomie und der Philosophie. Seine Vorlesungen sind stark besucht, und seine durch etliche Publikationen zunehmende Bekanntheit im gesamten deutschsprachigen Raum bringt eine Reihe von fortschrittsorientierten, kritischen Studenten an die Königsberger Universität. Ab dem Jahre 1758 bewirbt sich Kant vergeblich um die Professur für Logik und Metaphysik in Königsberg. Angebote aus Erlangen und Jena lehnt er aus persönlicher Verbundenheit zu seiner Heimatstadt ab. Erst 1770 erlangt er seine Professur im gewünschten Fachbereich an der Universität Königsberg. Ein Jahrzehnt später erfolgt mit Kritik der reinen Vernunft (1781) die erste Veröffentlichung eines seiner Hauptwerke. Später folgen die berühmte Kritik der praktischen Vernunft (1788) und Kritik der Urteilskraft (1790). Zu diesem Zeitpunkt, kaum zehn Jahre nach Erscheinen der Kritik der reinen Vernunft, sind Kants Ideen bereits zu einer Modeerscheinung geworden. Es gibt bereits über 200 Schriften, die sich mit seiner Philosophie beschäftigten, und selbst beim Friseur werden seine Begriffe diskutiert. Im Jahre 1804 stirbt Kant in Königsberg.
Selbst zu seiner Zeit ist Immanuel Kant ein Phänomen: Sein ganzes Leben lang in seiner Geburtsstadt wirkend – die weiteste Reise, die er je unternahm, führte ihn nur etwa 90 Kilometer von Königsberg weg –, gelangt er noch zu seinen Lebzeiten zu Weltruhm. Von kleiner, schmächtiger Gestalt, aufgrund einer Knochendeformation mit eingefallenem Brustkorb und zeitlebens von Allergien und Nervenleiden geplagt, so kann er unter anderem keine frischgedruckten Zeitungen lesen, ist er eine der größten intellektuellen und moralischen Persönlichkeiten mit Nachwirkungen bis in unsere Zeit.
Der Kategorische Imperativ
Kant ist zweifellos einer der wichtigsten deutschen Philosophen. Er glaubt, geistig schottischer Abstammung zu sein und behauptet, dass ihn erst die Lektüre von David Humes Werken aus seinem »dogmatischen Schlummer« erweckt hätte. Er versteht seinen eigenen Ansatz als »kritizistisch« und siedelt ihn zwischen der dogmatischen Substanzphilosophie von Descartes oder Leibniz und dem Empirismus von Locke, Berkeley oder Hume an. Alles in allem sieht er sich als transzendentalen Idealisten. Wie Hume ist auch Kant an der Frage interessiert, was uns unsere Erfahrungen über die Wirklichkeit mitzuteilen haben. Er hält den Skeptizismus von Hume aber für übertrieben. Unsere Sinne können uns zwar niemals verlässliche Informationen über die tatsächliche Beschaffenheit der Welt liefern.
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