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Die Thyssens: Tragödie der Stahlbarone

Die Thyssens: Tragödie der Stahlbarone

von: Thomas Rother

Campus Verlag, 2003

ISBN: 9783593402666, 240 Seiten

Format: ePUB, PDF, OL

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Bookeen Cybook Orizon,Ectaco Lite,Odys Media Book Scala,Aluratek Libre,eLyricon EBX-500.TFT,PocketBook 302,IREX Digital Reader,FlatReader,BeBook 'One',iRiver Story,Sony Reader PRS-3xx,Bookeen CyBook Opus,Hanvon/Hexaglot N518,PocketBook 301+,COOL-ER eReader,Inves-Book 600,eLyricon EBX-600.E-Ink, Bookeen CyBook Gen3 ab Rev: 1.9,Italica Reader,Sony Reader PRS-505, -6xx, -7xx,Pocketbook 360,Hanvon N516 Weltbild Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 9,99 EUR

Ersparnis: 11,51 EUR

  • Vorbeben - Was die globale Finanzkrise für uns bedeutet und wie wir uns retten können
    Weltmacht Indien - Die neue Herausforderung des Westens
    Der Klimaschwindel - Erderwärmung, Treibhauseffekt, Klimawandel. Die Fakten.
    Der Schwarze Schwan - Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse.
    Das Google-Imperium
    Die Quandts
    CEO - Kommunikation: Strategien für Spitzenmanager
    Viel erreicht - was nun?
  • Marketinggeschichte. Die Genese einer modernen Sozialtechnik
    Die 11 Geheimnisse des ALDI-Erfolgs
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    Das iPhone – Tipps und Tricks

     

     

     

     

     

 

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Die Thyssens: Tragödie der Stahlbarone


 

4. Erst vertraut, dann verfolgt:
Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg (S. 89 - 90)

»Ich habe Hitler unterstützt.« Das bekennt Dr. Fritz Thyssen in dem von den alliierten Siegermächten angeordneten Entnazifizierungsverfahren 1948 in Königstein im Taunus. Aber! Das Bekenntnis muss mit einer Vielzahl von »aber« gelesen werden. Wahr ist: Thyssen ist Nazi. Wahr ist auch: Thyssen ist vehementer Nazigegner.

In einem Lebensbericht, den er für seine Enkel schreibt, erklärt er: »Hitler sicherte mir zu das Bündnis mit England, das Bündnis mit Polen, ein neues Konkordat mit dem Papst, die Wiederherstellung der Hohenzollern, den Ständestaat, um den erzielten Frieden zu bewahren.« Er glaubt, sich auf Hitler verlassen zu können. Hitler hingegen droht: »Von diesen Industriekapitänen wie Thyssen lasse ich mir nichts vormachen.« Umso größer ist Thyssens Enttäuschung, als sein Vertrauen und das, wie er sagt, des deutschen Volkes verraten wird. Da klagt Thyssen Hitler an. Thyssen glaubt und hofft, mit den Nationalsozialisten käme eine neue und gerechtere Wirtschafts- und Sozialordnung, sieht sie als »einen aktiven Faktor bei der Gesundung Deutschlands«. Doch als der einflussreichste deutsche Schwerindustrielle und oberste deutsche Stahlmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Vereinigten Stahlwerke AG, das Verbrecherische in der Ideologie und in den Taten der Nationalsozialisten erkennt, macht er nicht mehr mit. Er zieht sich zurück, um dann, von ihnen ausgestoßen, ihr Gegner zu werden. So ist er der einzige Industrielle, der sich offen gegen die Kriegsabsichten Hitlers stellt. Er ist auch der einzige deut sche Industrielle, der nicht aus Hitlers Krieg Profit zieht. Sein Leben verläuft zwar ambivalent. Gespeist durch ein übersteigertes Nationalund rheinisches Gefühl, fällt er »uneigennützig, gutwillig, gläubig, beeinflussbar«, wie ein Historiker ihn charakterisiert, auf großspurige politische Versprechen herein. Letztlich jedoch ist sein Handeln auch von seinem Gewissen und Verantwortungsbewusstsein bestimmt, eine Haltung, die in der Zeit der Naziherrschaft vielen abhanden kommt. Fritz Thyssens Leben ist ein traumatisches und sehr deutsches Schicksal, das kaum bekannt ist.

Sechs Mal tritt der Industrielle Fritz Thyssen, August Thyssens Erstgeborener, ins grelle Licht der Öffentlichkeit. In zwei Fällen sind es dramatische Gerichtsverhandlungen. Als er sich 1923 gegen die französische Ruhrbesetzung stellt, verurteilt ihn ein Militärgericht. Als nach dem Tode des Vaters 1926 wichtige deutsche Stahlwerke zur Vereinigten Stahlwerke AG zusammengeschmiedet werden, steht er als Aufsichtsratsvorsitzender an der Spitze. Zum dritten Male wird die Öffentlichkeit auf ihn aufmerksam, als der mächtigste deutsche Industrielle Thyssen Adolf Hitler vor dem »Industrieclub« in Düsseldorf Anfang 1932 hofiert, der dort auf seine Partei, die NSDAP, aufmerksam machen will. Jahre später macht sein Name im westlichen Ausland Schlagzeilen: Deutschlands einflussreichster Kapitalist sagt sich von Hitler los und geht ins Exil. Im Ausland erscheinen seine anklägerischen Briefe an die Nazifunktionäre. Unter seinem Namen erscheint im Ausland das Buch I paid Hitler. Dass er zum Erscheinen des Buches bereits Hitlers Häftling in einer Irrenanstalt ist, erfährt die Öffentlichkeit erst nach dem Krieg.