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Praxis der Ernährung in der Intensivmedizin

Praxis der Ernährung in der Intensivmedizin

von: M. Apin, J. Martin

W. Zuckschwerdt Verlag, 2002

ISBN: 9783886037841 , 69 Seiten

2. Auflage

Format: PDF, OL

Kopierschutz: DRM

Windows PC,Mac OSX Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Windows PC,Mac OSX,Linux

Preis: 9,99 EUR

Exemplaranzahl:


  • Handbuch Verkehrsunfallrekonstruktion - Unfallaufnahme, Fahrdynamik, Simulation
    Transplantationsmedizin - Ein Leitfaden für den Praktiker
    Die gelehrige Schülerin - Roman
    Allgemeinmedizin und Praxis - Anleitung in Diagnostik und Therapie. Facharztprüfung Allgemeinmedizin
    Home Care-Konzepte: Moderne Versorgungsalternativen in der Behandlung chronisch (schwer-)kranker Patienten

     

     

     

     

 

Mehr zum Inhalt

Praxis der Ernährung in der Intensivmedizin


 

Planung des Ernährungsregimes (S. 13-15)

Die enterale Ernährung ist die physiologischere Form der künstlichen Nahrungszufuhr. Mit der enteralen Ernährung sollte daher zum frühestmöglichen Zeitpunkt begonnen werden. Nicht immer aber lässt sich eine enterale Nutrition durchführen. Daher sollten sowohl zu Beginn als auch während des Verlaufs der Ernährungstherapie folgende Fragen geklärt werden (4, 21, 49):

• Muss der Patient künstlich ernährt werden? Wenn ja: für welchen Zeitraum müssen wir eine künstliche Ernährung planen, d.h., wie lange wird der Patient voraussichtlich nicht in der Lage sein, wieder peroral Nahrung zu sich zu nehmen? Wie ist der Ernährungszustand des Patienten?
• Bestehen absolute oder relative Kontraindikationen für die parenterale oder enterale Ernährungsform? Ist eine enterale Nutrition möglich, bleibt zu klären:
• Ernährungsbeginn frühenteral (< 48 h): z.B. schweres Polytrauma, ausgedehnte Verbrennungen, stark hyperkatabole, hyperdyname Zustände; oder aber spätenteral (> 48 h): mäßiggradige Stresssituation.
• Bolusgabe (z.B.isoliertes SHT via Magensonde) oder kontinuierliche Applikation (frühzeitiges Einsetzen der Dünndarmmotilität)?
• Standarddiät oder modifizierte Diät?
• Lassen sich geeignete Zugangsformen für die Art der Nahrungszufuhr anlegen (ZVK, Magensonde, duodenale oder jejunale Ernährungssonden, FNKJ, PEG)?
• Welche Möglichkeiten der Überwachung des Patienten und des Stoffwechselmonitorings liegen vor?
• Stehen dieser geplanten Ernährungsform logistische Probleme entgegen (FNKJ möglich durch Operateure, Möglichkeit der Ösophago-Gastro-Duodenoskopie zur Anlage Ernährungssonde, alternative Verfahren, wie z.B. Bengmark-Sonde® usw.)?
• Treten Komplikationen auf, sind diese beherrschbar oder zwingen sie zum Wechsel auf alternative Ernährungsformen?
• Welchen Ausbildungsstand hat das Personal?

Nach Abklärung dieser einzelnen Punkte wird sich das für den Patienten geeignete Ernährungsregime herauskristallisiert haben. Unabhängig von der Wahl des Ernährungsregimes gilt nun:

• Beginn der Ernährungstherapie spätestens 24–48 h nach auslösendem Ereignis
• stufenweiser Aufbau der Ernährungstherapie bis zum 5. posttraumatischen/ postoperativen Tag
• engmaschiges Stoffwechselmonitoring (Bz, Triglyzeride, gelegentliche N-Bilanz)

Parenterale Ernährung

Die künstliche Ernährung ist bei allen Patienten indiziert, die über einen Zeitraum von 3–4 Tagen keine Möglichkeit haben, bedarfsdeckend Nahrung aufzunehmen (15, 21, 45). Bei funktionstüchtigem GI-Trakt sollte, sofern keine Kontraindikationen vorliegen, die enterale/frühenterale Ernährung bevorzugt werden.

Mitunter kann die enterale/frühenterale Nährstoffzufuhr lediglich in minimaler Dosierung als »Darmpflege« zum Erhalt der resorptiven Strukturen durchgeführt werden, dann sollte sie mit einer bedarfsdeckenden parenteralen Nutrition kombiniert werden. Die parenterale Ernährung hingegen ist unabhängig von digestiven und resorptiven Kapazitäten des GI-Traktes.

Als Indikationen für eine parenterale Ernährung gelten:

• Akutes Abdomen
• Ileus/Subileus mit Aspirationsgefahr
• frische obere GI-Blutung
• Kurzdarmsyndrom mit Malassimilation
• Chylothorax/Chyloaszites