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Führung neu denken - Das Drei-Stufen-Konzept für erfolgreiche Manager und Unternehmen
Kapitel 5 Werkzeug Kommunikation (S. 171-172)
Als Führungskraft stehen Sie im Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmung und Fremdbestimmung, zwischen der Tendenz zur Verfestigung der Unternehmensstrukturen und ihrer Veränderung sowie zwischen Ihrem eigenen Impuls, in alten Mustern zu verharren und Ihrem Wunsch, sich zu entfalten. Damit Sie sich innerhalb dieses Spannungsfeldes nicht auf die Seite der Verfestigung ziehen lassen, müssen Sie ein wichtiges Werkzeug beherrschen: Kommunikation.
Darüber wurde schon so viel gesagt und geschrieben, dass Sie jetzt vielleicht einfach weiterblättern möchten – nach dem Motto: Das kenne ich schon alles. Ich denke, Ihr persönlicher Erfolg und der Ihres Unternehmens hängt so sehr von Ihrer Kommunikationsfähigkeit ab, dass es sich auszahlt, dieses Thema noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Im Folgenden werde ich also darstellen, wie Kommunikation auf den einzelnen Stufen der Führung funktioniert und wie sie dazu beitragen kann, die in Kapitel 2, Führen heißt Prozesse steuern, geschilderten Prozessdynamiken erfolgreich zu steuern. Dann möchte ich Sie in einem kurzen Abriss noch mit verschiedenen Kommunikationstheorien vertraut machen, und Ihnen abschließend einen Test anbieten, mit dem Sie Ihr eigenes Gesprächsverhalten in Führungssituationen überprüfen können.
Kommunikation auf den drei Stufen der Führung
Die immer stärkere Verbreitung IT-gestützter Medien – von der E-Mail über eigene Intranets in den Unternehmen bis hin zu Chat-Rooms – ändert nichts daran, dass der wichtigste Kommunikationskanal das persönliche Gespräch darstellt. Davor schrecken jedoch viele Führungskräfte aller Hierarchiestufen zurück. Da gibt beispielsweise ein Teamleiter seinen sehr erfolgreichen Mitarbeitern monatelang überhaupt kein Feedback, um plötzlich per E-Mail auf aktuelle Qualitätsprobleme hinzuweisen und sofortige Korrektur zu verlangen. Kein Wunder, dass die betroffenen Mitarbeiter beleidigt reagieren. Frust und Demotivation machen sich breit. Auch wenn es Zeit kostet: Viel besser ist es, regelmäßig und persönlich Feedback zu geben – sowohl wenn es gut läuft als auch bei Problemen.
Eine verheerende Wirkung kann auch die Kommunikation per Aushang oder Brief haben: Wie aus heiterem Himmel werden da Anordnungen oder gar Drohungen ausgehängt, wodurch die Belegschaft erheblich verunsichert wird. Besonders drastisch fi nde ich die Fälle, in denen Mitarbeiter morgens plötzlich und ohne jede Vorwarnung ihre Kündigung oder eine Abmahnung auf dem Schreibtisch fi nden – und das ist leider nicht selten. Das Motto »sprechen statt schreiben« gilt auch auf der höchsten Führungsstufe: Ein Konzernchef ist gut beraten, sich regelmäßig mit den Leitern der verschiedenen Geschäftsbereiche zusammenzusetzen und über die aktuellen Entwicklungen zu sprechen. Nur so bekommt er wiederum die Informationen, die er braucht, um eine tragfähige Gesamtstrategie für den Konzern zu entwerfen. Stützt er sich ausschließlich auf schriftliche Quartalsberichte, so bewegt er sich auf dünnem Eis.
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