Suchen und Finden

Titel

Autor/Verlag

Inhaltsverzeichnis

Nur eBooks für mein Endgerät anzeigen:

 

Newsletter

100 Tipps für die Validation

100 Tipps für die Validation

von: Barbara Messer

Brigitte Kunz Verlag, 2005

ISBN: 9783899934250, 76 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 9,90 EUR

  • Elfenkind
    Herbst - Läuterung
    Den Himmel gibt´s echt
    Herbst - Zerfall
    Der Bankräuber
    Bleib cool, Papa
    Du gibst das Leben
    Mein Herz kennt die Antwort
  • Kopfschuss
    Die Zehn Gebote
    Das Feenorakel
    Zeit der Vergebung
    Alphavampir
    Der Geschmack des Wassers
    Succubus Shadows
    Hurentaten
 

Mehr zum Inhalt

100 Tipps für die Validation


 

6 Validation – Symbole und Symptome von A bis Z (S. 62-63)

80. Tipp: Arbeitspapiere zulassen

Es gibt Menschen, die, vorzugsweise in der eigenen Häuslichkeit, alte Zeitungen gleich stapelweise in den Ecken, in Regalen oder einfach auch auf dem Boden liegen haben, die sie selber nicht entsorgen wollen.

Eine mögliche Bedeutung ist: Es sind Arbeitspapiere, Fakten aus einem gelebten Leben. Sie geben dem alten Menschen das Gefühl, etwas zu haben, sicher zu sein, weil etwas da ist, weil er einen Schatz hat.

81. Tipp: Baby-Ersatz akzeptieren

Babys erfahren in der Validation eine hohe Beachtung. Viele alte Frauen sind mit ihren Geburten, Fehlgeburten, Abtreibungen oder gestorbenen Kindern beschäftigt. Babys spielen in Frauenleben eine zentrale Rolle. Viele von uns kennen das, selbst wenn unsere eigenen Kinder schon groß sind. Sehen wir ein Baby, dann hebt sich unsere Stimme, unser Gesicht verändert sich, wir bekommen den typischen Babyduft in die Nase und möchten das Baby aufnehmen und drücken. Auch wenn es gar nicht unseres ist.

So ist es kein Wunder, wenn einige der alten Frauen, die phasenweise aktiv »junge Mutter sind«, Puppen, Teddys, ihre eigenen Hände, gerollte Handtücher oder ähnliches als Kind-Ersatz nehmen. Eine Vermutung kann sein, dass alte Frauen, die sich einsam fühlen, die wenig Liebe und Nähe erfahren, sich dann selber an ihre intensive Zeit als Mutter erinnern und sich dazu noch mit einem »Babyersatz« stimulieren.

82. Tipp: Chamäleon – Stimmungswechsel tolerieren

So wie ein Chamäleon die Farbe wechselt, können auch desorientierte Menschen mehrfach täglich die Phasen, in denen sie sind, wechseln.

83. Tipp: Durst stillen

Allgemein bekannt ist, dass das Durstgefühl bei alten Menschen nachlässt, sie empfinden keinen oder kaum Durst oder sie trinken weniger, weil sie unnötige und evtl. »schwer fallende« Toilettengänge vermeiden wollen. Diese Austrocknung kann ein desorientiertes Verhalten noch verstärken. Erschwerend kann der Tatbestand dazukommen, dass einige der alten Menschen sich in Gefahr glauben, vergiftet werden. Dies ist ein besonders wichtiger Moment für eine Validation. Der Mensch hat panische Angst, vor einem Kontrollverlust, vor einer Bedrohung etc.

Dem allseits vorhandenen Flüssigkeitsdefizit kann vorgebeugt werden, indem Pflegekräfte Trinkgefäße aus dem Altzeitgedächtnis nutzen, selber etwas mittrinken, Trinken zum Ritual werden lassen.

Auch alte Menschen, die in Arztpraxen warten, brauchen zwischendurch ein Getränk.

84. Tipp: Fluchen zulassen

Es kann gut sein, dass alte Menschen auch einmal heftig fluchen. Dies ist den meisten Pflegekräften vertraut. Primäre Bezugspersonen sind davon meist überrascht oder auch verletzt. Mit einem Ausruf wie: »Das hätte Mutti früher nie gemacht«, reagieren sie mit Unverständnis und Scham.

Es kann aber gut sein, dass das Fluchen seinen Grund hat. Vielleicht entsteht es aus einem Gefühl von starker Angst heraus, aus Überforderung, aus Ärger oder aus dem Bedürfnis, ein spontanes Gefühl auszudrücken.

85. Tipp: Handtasche – der ständige Begleiter

Die Handtasche ist ein unverzichtbarer Gegenstand im Leben vieler alter Frauen. Angefüllt mit allem, was das Leben zu bieten hat. Die Qualität des Inhalts ist für uns Pflegende nicht unbedingt auf den ersten Blick zu erkennen. Beim zweiten Hinsehen stellen wir fest, dass es meist eine Sammlung aus Taschentüchern oder serviettenähnlichen Papieren ist. Dazu kommen Brillen mit oder ohne Etui, vielleicht eine Geldbörse, Teelöffel, Krümel, eine Brotrinde. Es kann sein, das noch ein oder zwei Nylonstrumpfhosen und ein Foto in dieser Tasche stecken.

Für eine alte Frau, die sich wenig oder kaum in der realen Welt orientieren kann, erfüllt diese Handtasche eine Aufgabe: Sie kann die gesamte Identität der Frau ausmachen. Sie gibt Sicherheit, sie vermittelt evtl. das Gefühl, alles Wichtige beisammen zu haben. Man ist damit auf alles vorbereitet.