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SAT-Spionage für Insider

von: Christian Mass, Kinga Szentesi

Franzis Verlag, 2005

ISBN: 9783772329784, 138 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Bookeen Cybook Orizon,Ectaco Lite,Aluratek Libre,eLyricon EBX-500.TFT,PocketBook 302,FlatReader,BeBook 'One',iRiver Story,Sony Reader PRS-3xx,Bookeen CyBook Opus,Hanvon/Hexaglot N518,PocketBook 301+,COOL-ER eReader,Inves-Book 600,eLyricon EBX-600.E-Ink, Bookeen CyBook Gen3 ab Rev: 1.9,Italica Reader,Sony Reader PRS-505, -6xx, -7xx,Pocketbook 360,Hanvon N516 Weltbild Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 17,00 EUR

Ersparnis: 2,95 EUR

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SAT-Spionage für Insider


 

6 Internet via Satellit: Datenklau für Jedermann (S. 39-40)

Es musste so kommen. Genau wie bei der alten Kurzwelle ist es mit den Satellitenübertragungen. Alles läuft über den Äther und ist somit verhältnismäßig ungeschützt. Auch Encoding hilft da nur selten. Irgendjemand ist da immer schlauer und bricht den Kode. Auf der Kurzwelle waren es die weltweiten Interpol-Stationen, deren Daten absolut vogelfrei waren. Heute sind es die Bilder, Töne und Daten via Satellit. Jeder, der ein wenig technischen Aufwand treibt, wird schneller an diskrete Informationen kommen, als so mancher beamtete Geheimdienst. Da lässt sich ein deutscher Politiker in einem Inmarsat-Telefonat über eine bereits feststehende Koalition aus, bevor sie 14 Tage später „nach hartem Ringen" of.ziell bekanntgegeben wird. Die USA senden die Videos ihrer Aufklärungs.ugzeuge versehentlich oder aus purer Dummheit unverschlüsselt via Satellit oder große Öl-Deals werden via unsicherem Satelliten-Fax verhandelt.

Da fehlte eigentlich nur noch ein löchriges Internet via Satellit. Dieser Service setzt sich mehr und mehr durch. Gerade in entlegenen Gebieten mit unzureichendem Telefonnetz oder in Regionen mit zensierten Internetinhalten steigt die Nachfrage nach der halbseitigen Anbindung (Telefon/Satellit) oder Up- und Downlink via Satellit. Genutzt wird das Netz nicht nur im harmlosen privaten Rahmen, sondern vor allen Dingen von kommerziellen Nutzern und – in manchen Ländern ziemlich unvorsichtig – von den Politikern.

Angefangen hatte die Geschichte ziemlich harmlos im Jahre 2000. Da Internet nun nicht nur aus E-Mail und Webseiten besteht, sondern hier auch Unmengen an Videos und Audiomaterial in allen Formaten angeboten werden, machten sich einige .ndige Programmierer daran, Software zu entwickeln, mit der es möglich ist diese Inhalte aus dem Internet selektiv zu saugen, um sie dann später auf CDs oder auf der Festplatte zu speichern. Vor etwa zwei Jahren diskutierten wir die Software in DrDish@TV. Eigentlich war die Sache ganz harmlos und die kriminelle Wertung lag weit unter der der illegalen Smart-Cards für das Pay-TV. Allerdings wurde im stillen Kämmerlein weiter entwickelt. Einige bieten nun ihre Internet-„Saugmaschinen" für Geld an und andere als Freeware, da sie keine kommerziellen Interessen haben, sondern nur beweisen wollen, welche Programmiergaben in ihnen stecken. Und gerade von dieser Freeware geht eine Gefahr aus, denn sie ist voll mit Innovationen und leicht zu bedienen.

Der Autor hat ein solches Projekt über ein Jahr lang verfolgt. Auf der Homepage des Anbieters gab es nahezu monatlich neue und verbesserte Versionen. Natürlich „nur zu edukativen Zwecken" wurde und wird die Software angeboten. Gerade 800 kB leicht läuft sie unter allen Windows-Versionen. Was noch fehlt, ist die Anbindung an einen Satelliten. Und das kann eine C- oder Ku-Band-Antenne sein. Als Empfänger dient eine PC-Karte für den digitalen Sat-Empfang. Hier allerdings gibt es Einschränkungen, da nur Karten mit Hardware-Dekoder tauglich sind. Und das könnte eine TechnoTrend- Karte sein, die von verschiedenen Anbietern unter eigenem Namen vertrieben werden. Und das wär‘s dann auch schon. Laden wir nun noch unsere spezielle Software und aktivieren wir einen Datenkanal mit den passenden Parametern (Frequenz, Polarisation, Symbolrate, FEC und PID), dann .ießen in der Regel auch schon die Datenströme. Das allerdings noch ziemlich unkontrolliert. Um einen bestimmten Datendienst genauer unter die Lupe zu nehmen, wird die passende MAC-Adresse (Media Access Control) benötigt. Auch hier macht das Programm es dem ungewünschten Eindringling leicht, denn ein integrierter MAC-Scanner liefert in wenigen Sekunden alle aktiven MACAdressen. Nun wird man nur noch antippen, welche Art von Files man empfangen möchte und nur diese werden automatisch auf die Festplatte geschrieben. Das können Videos in allen Normen, Texte, Homepages, Audio-Files in allen Normen, Video-Konferenzen oder – ganz böse – E-Mails sein.

Während eines kurzen Tests in der Monitor-Station in Ungarn wurde über NSS-K der recht frische Spiel.lm „Ice Age" als Video-Stream entdeckt. Auf SIRIUS gibt es einen Anbieter mit sehr starkem Traf.c arabischer Internet-Kunden, die mit dem Inhalt ihrer E-Mails mehr als leichtfertig umgehen. Einem professionellen Schnüf.erdienst würden Inhalte in die Hände fallen, nach denen sie bereits seit Monaten suchen, oder die – in der momentanen brisanten Lage im Nahen Osten – Aufschluss über politische oder andere Aktivitäten geben. Harmlos dagegen sind die privaten E-Mails, doch birgt das Programm auch Gefahren für den ahnungslosen Internet-Nutzer in sich.