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Lehrbuch Arbeitspsychologie

Lehrbuch Arbeitspsychologie

von: Ekkehart Frieling, Karlheinz Sonntag

Verlag Hans Huber, 1998

ISBN: 9783456929323, 564 Seiten

2. Auflage

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 43,99 EUR

Ersparnis: 5,96 EUR

  • Frag einen Mann - Wenn du mit Männern glücklich werden willst
    Antigone - Tragödie (Fischer Klassik PLUS)
    Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte - Erzählung (Fischer Klassik PLUS)
    König Ödipus - Tragödie (Fischer Klassik PLUS)
    Die Abstammung des Menschen - Fischer Klassik PLUS
    Novelle - Fischer Klassik PLUS
    Maria Stuart - Ein Trauerspiel (Fischer Klassik PLUS)
    Der arme Spielmann - Novelle (Fischer Klassik PLUS)
  • Die Jungfrau von Orleans - Eine romantische Tragödie (Fischer Klassik PLUS)
    Pole Poppenspäler - Novelle (Fischer Klassik PLUS)
    Ausgewählte Novellen - Fischer Klassik PLUS
    Die schwarze Spinne - Novelle (Fischer Klassik PLUS)
    Das große Sherlock-Holmes-Buch - Fischer Klassik PLUS
    Schloß Gripsholm - Erzählung (Fischer Klassik PLUS)
    Gorch Fick - Lustige Geschichten aus der Bundeswehr
    Unter Feinden - Roman
 

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Lehrbuch Arbeitspsychologie


 

Beispiel 1: (S. 451-452)

Neustrukturierung eines Vormontagebereichs – Türinnenverkleidung (TVK)

1 Vorbemerkungen

Das im folgenden ausführlicher dargestellte Betriebsprojekt dient dazu, dem Leser eine Vorstellung über arbeitspsychologisch motiviertes Handeln im Betrieb zu vermitteln. Es soll darüber hinaus einen Beitrag zur Veranschaulichung leisten, wie in einem bestehenden Fertigungsbereich eines Automobilunternehmens Gruppenarbeit eingeführt wird, welche Maßnahmen dafür notwendig und welche Widerstände zu überwinden sind, um arbeitspsychologische Zielsetzungen praktisch umzusetzen.
Da jeder Betrieb seine Individualität hat, kann das vorgelegte Beispiel nur exemplarischen Charakter haben. Die eingesetzten Methoden und Verfahren, die Art der Projektsteuerung und Dokumentation sind mit Modifikationen auch auf andere Produktions-/ Fertigungs- und Dienstleistungsbereiche übertragbar. Im vorliegenden Fall wurde die gewählte Vorgehensweise pilothaft entwickelt, um daraus Erkenntnisse für eine flächendeckende Umsetzung zu ziehen.
Im Gegensatz zu drittmittelgeförderten Forschungsprojekten in Betrieben spielt das wissenschaftlich motivierte Vorgehen im Unternehmen eine untergeordnete Rolle. Systematische Datenerhebungen zur Erfassung der Ist-Situation sind ebenso selten, wie die kritische Dokumentation des Projektverlaufs. Im vorliegenden Fall wurde durch den Einsatz von fünf Diplomanden aus verschiedenen Fachgebieten ein Kompromiß zwischen betrieblichen Erfordernissen (möglichst kostengünstig das Projekt durchzuführen) und der Notwendigkeit einer systematischen Dokumentation gefunden. Letztere ist immer dann erforderlich, wenn aus den beschriebenen Prozessen und den darin enthaltenen Fehlern gelernt werden soll. Aus Kostengründen unterbleibt in vielen Fällen eine systematische Prozeßbeschreibung mit der Konsequenz, daß Fehler nicht erfaßt und kritisch reflektiert werden. Wen wundert es, wenn in diesen Fällen Betriebsprojekte zwar als Pilotprojekte deklariert, aus ihnen aber mangels hinreichender Selbstreflexion keine sachadäquaten Schlußfolgerungen gezogen werden.
Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf den Zeitraum von November 1991 bis November 1993. Eine Nachbetrachtung erfolgte im Sommer 1995. Innerhalb dieser Zeit fand in der deutschen Automobilindustrie ein erheblicher Umbruch statt. Die MITStudie von Womack, Jones und Roos (1990) verwies in aller Deutlichkeit auf die Wettbewerbsschwächen der europäischen Automobilindustrie gegenüber der japanischen. Die Empfehlung der Autoren «abzuspecken », d. h. Mitarbeiterzahlen zu reduzieren, die Hierarchieebenen und die Fertigungstiefen zu verringern (d. h. den Anteil der Eigenfertigung auf das zu beschränken, was das Unternehmen besonders gut kann), die Qualität zu verbessern und die Kosten drastisch zu senken, ist nicht ohne Wirkung geblieben. Ihre überaus positive Darstellung des japanischen Produktionskonzeptes (Toyota-Produktionssystem, vgl. Ohno, 1993) hat viele Manager der Automobilindustrie zu Reisen motiviert und zur Nachahmung dessen angeregt, was sie in Japan und in japanisch geführten Unternehmen in den USA und Großbritannien gesehen haben. Der Wettbewerbsdruck und die zum Teil harsche Kritik am Management förderten die Bereitschaft zum Experimentieren. Bekannte Unternehmensberatungen wie McKinsey haben in der deutschen Automobilindustrie Projektstrukturpläne verkauft, nach denen die jeweiligen Unternehmen systematische Umstruk- turierungsprozesse vornehmen sollten. Dies ist auch in dem hier angesprochenen Unternehmen geschehen. In einer Reihe von Pilotprojekten sollten zu den verschiedensten Themen betrieblicher Umstrukturierung Erfahrungen gesammelt werden. Das in folgenden geschilderte Gruppenarbeitsprojekt gehört zu diesen Pilotprojekten