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Zahnheilkunde (S. 73-74)
Schöne Zähne für ein schönes Lächeln
Hildegards Konzept zur Verhütung von Zahnkrankheiten und zur Zahnpflege steht in Übereinstimmung mit unseren Bemühungen, die Zähne lebenslang zu erhalten. Fast alle Zahnerkrankungen sind aus ganzheitlicher Sicht immer auch als Symptome eines gestörten psychosomatischen Geschehens anzusehen. Daher kann man die Erkrankungen im Mund- und Kieferbereich nur aus einem ganzheitlichen Zusammenhang heraus therapieren, d.h. unter Berücksichtigung der natürlichen Lebensweise, einer optimalen Ernährung und der Hygiene. Speziell bei Karies spielen Stoffwechselstörungen durch Ernährungsfehler eine große Rolle.
Bekanntlich geht die Kariesfrequenz in Zeiten von Nahrungsmittelknappheit stark zurück. Wie z.B. das unselige »Massenexperiment « des Zweiten Weltkriegs deutlich gezeigt hat, trat weniger Karies auf, weil in dieser Zeit weniger tierische Fette, Zucker, Eiweiße und Genussmittel zur Verfügung standen. Daher muss Karies auch aus der Sicht der Stoffwechselstörungen unter Mitbeteiligung der Leber als größtem Zentralorgan für den Stoffwechsel behandelt werden. Bei der Parodontose spielen darüber hinaus seelische Einflüsse und die stressbedingte Lebensweise eine große Rolle.
Eine Bindegewebsschwäche kann z.B. die Krankheiten im Mund- und Kieferbereich nachhaltig beeinflussen. Hildegard beschreibt, dass die Kapillaren durch Aderlass und Schröpfen gereinigt werden müssen, um die regenerierenden Kräfte im Bindegewebe zu stärken: »Äußerst feine Gefäßchen umgeben die dünne Membran, in der das Gehirn liegt, und breiten sich bis zum Zahnfleisch und den Zähnen aus … Wenn sie durch den Schaum, der bei der Reinigung des Gehirns auftritt, verunreinigt werden, so tragen sie die faulige Materie mit dem Schmerz vom Gehirn zum Zahnfleisch und in die Zähne.
Dadurch schwillt das Zahnfleisch an, und der Mensch bekommt Zahnschmerzen …« Dies ist wohl der erste Hinweis auf Karies und die Bakterien, die sich in der Mundhöhle tummeln. Die Mundhöhle ist ein delikates Ökosystem. Es bietet einen Lebensraum wie aus dem Ferienkatalog: tropische Temperaturen, reizvolle Kalksteinerhebungen und vielfältige kulinarische Genüsse. Das Platzangebot ist allerdings für Mikroorganismen reserviert, die sich dort zu Abermillionen drängeln, meist unbemerkt. Das sensible Verhältnis zwischen Bakterien, Viren, Pilzen und dem Immunsystem offenbart sich erst, wenn das Gleichgewicht aus dem Lot gerät. Dann aber kann die Mundhöhle zur Mördergrube werden. Genauso wird auch heute die Entstehung der Parodontose beschrieben.
Wenn wir essen, werden unsere Zähne angegriffen. Durch Zucker und Stärke werden die Mundraumbakterien ernährt und bilden auf der Zahnoberfläche einen klebrigen Belag (Plaque). Die Bakterien können sowohl in der Plaqueschicht Säuren bilden, die Löcher in die Zähne fressen, als auch das Stützgewebe der Zähne reizen und eine Zahnfleischentzündung hervorrufen (Gingivitis), die Blutungen auszulösen vermag.
Der Angriff auf den Schmelz, eine Demineralisation, kann zu Karies führen. Aus der anfänglich harmlosen Zahnfleischentzündung entsteht eine Parodontose mit einer Erkrankung des Zahnhalsapparates. Wenn diese Entzündung nicht behandelt wird, z.B. durch gezielte Putztechnik und mit der Kaltwassermethode, zieht sich dabei langsam das Zahnfleisch von den Zähnen zurück, wodurch der Zahn wackelig wird und ausfallen kann. Nur eine Umstellung der gesamten Lebensweise unter Berücksichtigung der Ernährung und der geistig-seelischen Haltung bietet einen optimalen ersten Schutz vor Zahnfleischentzündung, Parodontose und Zahnverlust.
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