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S. 165-166
Zur gleichen Zeit verließ der 24 jährige Mohammed, ausgebildet zum Rancher in einer Sondereinheit der Ledernacken in England und Mustafa, der 26-jährige CIA-Agent, Träger des schwarzen Dan, dritten Grades, mit dem Landrover den Hafen in Richtung Tineghir. Am Eingang der Todrahschlucht wurde Martin Koltau mit Tamara Swedan vor zwei Tagen das letzte Mal von einem Maulwurf, der in die Terrorgruppe der Al-Qaida vom englischen Geheimdienst eingeschleust wurde, gesehen.
Wo sich Koltau aufhielt, konnte er nicht mehr in Erfahrung bringen. Noch während der Spion die Nachricht an den englischen Geheimdienst weiter gab, wurde das Gespräch nach einem schmerzhaften Aufschrei des Anrufers, unterbrochen.
In der Fischmarkthalle am Hafen von Agadir hatte vor einer halben Stunde der Fischhandel begonnen. Tonnenweise lagen die Meerestiere genauestens aussortiert nach Art, Fang und Größe in den großen Betonbecken zum Kauf bereit.
Stinkender Fischgeruch von Sardinen, Tintenfisch, Schwertfisch, Austern und Muscheln unterstrich, das Treiben der Händler in der 20 000 qm großen Markthalle.
Kriminalinspektor Rainer Schrotmann hatte vor 10 Minuten, wie abgesprochen, mit dem marokkanischen Geheimdienst, stellvertretend für Hamed Murad, die Geschäftsführung im Hafen übernommen. Hamed Murad wurde ohne Vorankündigung gestern Abend von der Fischereigesellschaft nach Casablanca abgerufen. Er müsse dringend einen Kollegen ersetzen, der erkrankt sei. Wie lange und wo er die Vertretung annehmen sollte, ließ man offen.
Der Hafen in Agadir war bei dem marokkanischen Geheimdienst bekannt als Umschlagplatz für Drogen, Menschenhandel und korrupte Geschäfte. Sogar Schwarzgeld in hohen Summen wurde über die offenen Grenzen der Weltmeere transportiert. Ein paar Wochen später lag das Bargeld in einem sicheren Tresor einer der Privatbanken in Amerika, Europa oder Asien. Der große Vorteil dieser Transaktionen war, Schwarzgeld hinterließ keine Spuren in der Übertragungskommunikation der weltweiten Computersysteme.
Auch für die Terroristen der Al-Qaida in Marokko war dies der sicherste Weg ungesehen über das offene Meer an jeden beliebigen Einsatzort zu kommen. Wer schaute schon auf die armen zerlumpten Fischer, wenn sie nachts hinausfuhren und vor Agadir ein paar Al-Qaida Kämpfer auf einem vorbeifahrenden Hochseeschiff absetzen.
Für die Fischer war es ein lukratives Nebengeschäft, das kein Finanzamt kontrollieren konnte. Ob es ein Terrorist, Flüchtling, Mörder, Dieb oder ein entflohener Häftling war wurde bedeutungslos wenn der Preis stimmte.
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