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6 Angst beim Lernen - Prüfungsangst
Viele Menschen leiden unter starker Prüfungsangst. Diese Angst stellt sich oft bereits beim Lernen für eine Prüfung ein. Meist ist diese Angst nicht durch schlechte Erfahrungen oder frühkindliche Erlebnisse verursacht, sondern ergibt sich aus der Bedeutung der Prüfungen. Ein Scheitern hätte erhebliche Konsequenzen für die Lebensplanung und für das Selbstwertgefühl. Wer dies richtig einschätzt und wer die Verantwortung für sein Leben selbst übernommen hat, muss also besorgt sein. Das Vertrackte bei der Entwicklung und Verfestigung von Prüfungsangst ist nun, dass die Angst selbst die Lernfähigkeit und die Prüfungsleistung beeinträchtigt. Wenn die Angst also auftaucht, dann vergrößert sich die Gefahr eines Scheiterns, und der Grund für die Angst ist um so mehr gegeben. Man nennt dies positive Rückkoppelung: Je mehr Angst man hat, um so mehr Angst muss man haben. So steigert sich Prüfungsangst unkontrolliert und zieht dramatische körperliche Begleiterscheinungen mit sich. Die Angst kann zu Herzrasen, Ohnmacht, zeitweiligem Erblinden oder Depressionen führen.
Aus dieser Analyse der Ursache von Prüfungsangst (nämlich berechtigte Angst und Sorge vor dem Ausgang der Prüfung) lassen sich notwendige Maßnahmen direkt ableiten. Es geht darum, die Angst aktuell zu mindern, dann wird sie von selbst wieder verschwinden. Es geht - speziell kurz vor der Prüfung - nicht um eine Erforschung der Persönlichkeit oder der Kindheit!
Wenn es irgendwie gelingt, aktuelle Angst ein wenig zu mindern, dann verschwindet die Angst ganz von selbst: dann wird der Grund, Angst zu haben, nämlich progressiv entfallen. Also sind alle Maßnahmen geeignet, die aktuell und im Moment Angst mindern.
Das sind:
6.1 Richtiges Atmen
In der Angst wird die Atmung flach gestellt, um einem Feind nicht aufzufallen. So in der Art, wie ein Käfer einen Totstellreflex hat, haben wir in Situationen der Bedrohung eine Atemhemmung. Man hat aus dem gleichen Grund auch keinen Antrieb, laut zu sprechen. Der sehr ängstliche Kandidat spricht leise.
Ein normales, tiefes Atmen dagegen ist mit Angst nicht vereinbar (im Sinne der Verhaltenstherapie angstantagonistisch) und löst die Angst auf. Sie können sich vorstellen, Sie sind in einer luftigen Berglandschaft, genießen das Atmen und atmen tief ein und aus. Dabei sollte aber auch nicht hyperventiliert werden. Es geht darum, tief zu atmen und dabei genau so viel Sauerstoff aufzunehmen, wie benötigt wird. Finden Sie Ihren eigenen Rhythmus im tiefen Atmen, der sich automatisch ohne allzu viel bewusste Kontrolle einstellt.
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