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Wichtige Netzwerkgrundlagen (S. 267-269)
Bevor es daran geht, den Server zu einem Domänencontroller im Active Directory auszubauen, sollen in diesem Kapitel die wichtigsten Netzwerkgrundlagen vermittelt oder zumindest noch einmal aufgefrischt werden. Dabei steht hier Ihre Arbeit als Administrator in der täglichen Praxis im Vordergrund.
8.1 TCP/IP als zentrale Netzwerkprotokollfamilie
Das Internet ist ohne dieses Netzwerkprotokoll undenkbar. Jeder hat es schon einmal gehört und selbst Computerlaien wissen weit gehend, dass eine IP-Adresse nicht zu einer Wohnung gehört. Spätestens seit mit der Windows 2000-Serverfamilie Microsoft ebenfalls einen Verzeichnisdienst anbietet, geht hier nichts mehr ohne dieses Protokoll.
TCP/IP ist genau genommen eine Abkürzung, die aus zwei separaten Protokollen der Internet Protocol Suite (IPS) gebildet worden ist. Daneben gibt es in der IPS noch eine Reihe weiterer, nicht minder wichtiger Protokolle. TCP/IP hat sich allerdings über die Jahre als fester Begriff so eingebürgert, dass heute oft die gesamte IPS damit gemeint ist.
Technische Standards
TCP, IP und viele andere Protokolle der IPS sind mittlerweile sehr alt, zumindest, wenn die IT-Zeitrechnung zugrunde gelegt wird. Wenn Sie bedenken, dass heute ein fünf Jahre alter Computer für moderne Software praktisch unbrauchbar ist, können die mehr als dreißig Jahre seit den ersten Anfängen dieser Protokollfamilie bereits als »biblisch« bezeichnet werden.
Ein wenig TCP/IP-Geschichte
Die IPS geht auf das ARPANET zurück, welches in den sechziger Jahren von der ARPA (Advanced Research Projects Agency) entwickelt worden ist und 1969 in den Testbetrieb ging. Die ARPA war Teil des amerikanischen Verteidigungsministeriums und hatte Ende der fünfziger Jahre, mitten im Kalten Krieg, die Aufgabe übertragen bekommen, eine moderne Alternative zu den bislang bestehenden Datenübertragungstechniken zu entwickeln. Es sollte ein Netzwerk entstehen, welches dann noch zuverlässig Daten übertragen kann, wenn Teilbereiche, beispielsweise durch Kriegseinwirkung, ausfallen. Die ARPA entwickelte ein völlig neuartiges System, bei dem die Übertragung der Daten nicht mehr als kontinuierlicher Strom, sondern in Form von einzelnen Datenpaketen organisiert wurde. Die einzelnen Datenpakete können dabei auf unterschiedlichen Wegen das Ziel erreichen und werden vom Empfänger zusammengesetzt. Fehlt ein Paket, wird es einfach noch einmal angefordert.
TCP/IP entstand unter Federführung der IFIP (International Federation of Information Processing), einer unabhängigen Non-Profit Organisation, als Protokollfamilie, die den Datentransport in paketorientierten Netzwerken vereinheitlichen sollte. 1983 wird das ARPANET auf TCP/IP umgestellt. In der Folge unterstützen immer mehr Hersteller in ihren Betriebssystemen TCP/IP. Das seit 1969 parallel dazu entwickelte Unix baut seit 1984 auf diese Protokollfamilie auf. Waren es anfangs noch spezielle Netzwerke für Militär und Forschung, fand TCP/IP vor allem über Unix immer mehr Verbreitung im kommerziellen Bereich.
Microsoft hat, wie übrigens auch Novell, die Entwicklung in diesem Bereich verschlafen. Die erste Version von Windows NT baute noch auf dem alten LAN Manager-Netzwerkmodell auf und unterstützte TCP/IP überhaupt nicht. Novell hielt sehr lange an seinem Netzwerkprotokoll IPX/SPX fest. Dieses war schließlich jahrelang der Quasi-Standard bei lokalen Netzwerken. Mit der Entwicklung des Internet zu einem Medium für die breite Masse wurde TCP/IP plötzlich zum wichtigsten Netzwerkprotokoll schlechthin. Gut vorbereitet waren natürlich alle wissenschaftlichen Einrichtungen wie Hochschulen und Universitäten, die schon lange mit Unix und damit mit TCP/IP zu tun hatten.
Microsoft führte erst in die zweite Version von Windows NT, offiziell aus Marketinggründen mit der Versionsnummer 3.5 ausgestattet, eine TCP/IP-Unterstützung ein. Aber erst mit Windows 2000 wurde es das Standardprotokoll. Der Verzeichnisdienste Active Directory, und damit Microsofts Basistechnologie für moderne Netzwerke, setzt TCP/IP voraus.
TCP/IP und das ISO/OSI-Referenzmodell
Für die Entwicklung und Bewertung von Kommunikationsprozessen wird in der IT-Welt häufig zum ISO/OSI-Referenzmodell Bezug genommen. Dieses Modell wurde im Jahre 1984 von der ISO1 (International Organization for Standardization) verabschiedet und beschreibt alle wesentlichen Prozesse bei der IT-gestützten Datenübertragung über ein Schichtenmodell. Komplett ausgeschrieben steht die Abkürzung ISO/OSI übrigens für Reference Model for Open Systems Interconnection of the International Organization for Standardization.
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