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Kapitel 6
Sicheres WLAN (S. 182-183)
In allen Beispielen der vorangegangenen Kapitel wurde lediglich die Funktion des Wireless LANs in den Vordergrund gestellt. Doch die Gefahr eines digitalen Angriffes lauert nicht nur in den dunklen Tiefen des Internets, sondern auch in der unmittelbaren Nachbarschaft. Es gibt jedoch recht wirksame Möglichkeiten, um selbst ein drahtloses Netzwerk abzusichern.
6.1 Lauernde Gefahren
Mindestens einmal in der Woche muss man mittlerweile selbst in den bei technischen Themen eher weniger engagierten Tagesmedien hören oder lesen, dass wieder ein neuer Internetwurm die Runde macht. Bedeutet die permanente Meldungsflut zu Viren und Würmern wirklich, dass lediglich aus dem Internet Gefahr für den eigenen Computer besteht? Die Antwort ist ganz klar: NEIN! Jedes Schlupfloch zum eigenen Computer stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Dies gilt auch – wenn nicht sogar insbesondere – für das Wireless LAN.
Dieses Kapitel startet mit einer Übersicht darüber, welche Möglichkeiten einem Angreifer generell zur Verfügung stehen.
Datenmissbrauch
Was ist ein Computer heute: eine Schreibmaschine oder eine Spielkonsole? Er ist beides, aber er ist noch viel mehr. Er ist ein Kommunikationsmittel und er ist eine großartige Datenbank. Wer jetzt meint, er habe doch kein Datenbankprogramm auf seinem PC installiert, sollte diesen Abschnitt dennoch nicht überspringen, sondern weiterlesen. Es gibt sehr zahlreiche Datenquellen auf einem PC, deren Wert besonders dessen Besitzer nicht recht einzuschätzen weiß.
Ganz spektakulär und somit für jeden Angreifer eine wahre Goldgrube sind Zugangsdaten zum eigenen Bankkonto oder Informationen zu den Daten der Kreditkarte. Das ist gleichbedeutend mit einer Kontovollmacht, die an einer öffentlichen Werbetafel angeschlagen wird. Es muss nicht weiter ausgeführt werden, was passieren kann, wenn Zugangsdaten zum eigenen Bankkonto in fremde Hände geraten.
Es gibt aber auch andere Datenquellen, die sich sehr leicht missbrauchen lassen: Man denke nur an die Einträge im Windows-Adressbuch, an Textdokumente oder Tabellen. Textdokumente sind eine hervorragende Basis für mehr oder weniger „lustige" Späße. Wer die Korrespondenz seines Opfers kennt und möglicherweise auch die passenden Briefbögen, die ja als Dokumentvorlage gespeichert sind, in seine Hände bekommt, der kann als „fake" (= Schwindelei) eigene Briefe unter fremdem Namen schreiben und so viel Ärger verursachen. Man denke nur an getürkte Liebesbriefe, die dann vom Ehepartner aus dem Briefkasten genommen werden. Natürlich hat es wenig Stil, hierzu eine Textverarbeitung zu benutzen, doch die Wirkung ist garantiert. Liegen vielleicht gespeicherte Briefe an Versandhäuser vor, in denen neben Namen und Anschrift auch die Kundennummer aufgeführt ist? Umso besser, denn nun kann sich der unvorsichtige PC-Benutzer zusätzlich über eine ganze Menge teurer neuer Errungenschaften freuen.
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