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Die EinflussReichen - Henkel, Otto und Co - Wer in Deutschland Geld und Macht hat

Die EinflussReichen - Henkel, Otto und Co - Wer in Deutschland Geld und Macht hat

von: Ulrich Viehöver

Campus Verlag, 2006

ISBN: 9783593401348, 323 Seiten

Format: ePUB, PDF, OL

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Bookeen Cybook Orizon,Ectaco Lite,Odys Media Book Scala,Aluratek Libre,eLyricon EBX-500.TFT,PocketBook 302,IREX Digital Reader,FlatReader,BeBook 'One',iRiver Story,Sony Reader PRS-3xx,Bookeen CyBook Opus,Hanvon/Hexaglot N518,PocketBook 301+,COOL-ER eReader,Inves-Book 600,eLyricon EBX-600.E-Ink, Bookeen CyBook Gen3 ab Rev: 1.9,Italica Reader,Sony Reader PRS-505, -6xx, -7xx,Pocketbook 360,Hanvon N516 Weltbild Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 7,99 EUR

Ersparnis: 16,91 EUR

  • Mein kostbares Leben
    Subs - Roman
    Was vom Tode übrig bleibt - Ein Tatortreiniger berichtet
    Das Kinderwunsch-Buch für Männer
    Satori - Thriller
    Figur-Guide für Bauch, Beine, Po - Richtig abnehmen, effektiv straffen, nachhaltig schlank bleiben
    Immer schön cool bleiben! - Das BRIGITTE-Sommerlesebuch
    Der Darm denkt mit - Wie Bakterien, Pilze und Allergien das Nervensystem beeinflussen
  • Steine denken nicht - Philosophische und sozialkritische Betrachtungen über das Sein im Dasein und das Dasein im Nichtsein
    Die letzte Arche - Roman
    Die Herrlichkeit des Herrn - Die Enthüllung des Bibelgeheimnisses
    Der Weg der Könige - Roman
    Höhere Schwingungen - höheres Bewusstsein - Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte und unser Weltbild im Wandel der Zeit
    Die Wanderbibel - Alles über Bergwandern, Weitwandern, Nacktwandern und Stadtwandern
    Dienerin zweier Herren
    Scooter Katalog 2011 - Alle Roller 50-1000 ccm
 

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Kapitel 2 Boehringer Tue Gutes und schweige besser (S. 49-50)

»Tue Gutes und rede darüber.« Das Motto konservativer PR-Granden hat sich nicht überall herumgesprochen. Es gibt auch erfolgreiche Unternehmen, die ihren Lorbeer lieber still abseits des Medienrummels tragen. Ein Vertreter dieser Gattung ist ein riesiger Betrieb in Rheinland- Pfalz, der zur Elite der Pharmaindustrie zählt, dessen Eigentümer zu den reichsten Familien der Welt gehören. Selbst Gewerkschafter, Betriebsräte sowie Umweltschützer, die normalerweise auf Seiten der Kritiker stehen, loben die harmonische Unternehmenskultur der Firma und finden den Pillenkonzern »völlig in Ordnung«. Im Zeitalter von Fabrikschließungen und Massenentlassungen, der Nötigung von Belegschaften zu Lohnverzicht und Mehrarbeit ist es selten, dass die Beschäftigten ihrem Arbeitgeber fast durchweg Lob spenden. »Ich arbeite gern hier, weil die Besitzer ethischen Grundsätzen folgen«, freut sich eine Wissenschaftlerin. Spontan ergänzt ein langjähriger Angestellter aus der Verwaltung: »Ich fühle mich hier wohl, weil die Mitarbeiter gut behandelt werden und die Gesellschafter zum deutschen Standort stehen. « Ein Ingenieur wiederum schätzt die Freiräume und die Akzeptanz für seine Arbeit: »Das Management weiß, was es an den Fachkräften hat. Ich fühle mich hier gefordert und gefördert zugleich.« Das Unternehmen zieht Menschen aus der ganzen Welt an den Rhein, sodass auf den Fluren, in den Labors oder der Kantine oft englisch gesprochen und die Pfälzer Provinz in ein internationales Parkett verwandelt wird. Statt der anderswo ins Kraut schießenden Kultur des Misstrauens und Mobbings, der Missgunst und Miesmacherei pflegt der Familienkonzern in seinen »Führungsgrundsätzen« ein Klima des gegenseitigen Vertrauens und Respekts: »Mit Führen geht Delegieren einher.

Delegieren schafft Vertrauen. Wir kennen unsere Stärken und die Fähigkeiten unserer Mit arbeiterinnen und Mitarbeiter«, steht unter der Rubrik »Delegieren ist unsere Pflicht«. Da überrascht es nicht, dass dieser sozial eingestellte Betrieb von der Presse (Anlegermagazin Capital) zweimal mit dem Titel »Arbeitgeber des Jahres« und ähnlich auch vom Verband Angestellter Akademiker bedacht wurde. Bei Mitarbeitern zählt das Unternehmen zu den beliebtesten in Deutschland. Der Weltkonzern ist fast 120 Jahre alt. Sein Name: Boehringer Ingelheim aus dem gleichnamigen Ort in der rheinischen Kaiserpfalz nahe Mainz. Die Familie ist sich in Bezug auf ihre Belegschaft bewusst, dass »unser Erfolg weitgehend von ihrer Fachkenntnis, ihrem Einsatz und ihrer Kommunikationsfähigkeit abhängt«. Duckmäusertumist unerwünscht. Und stolz behaupten die Ingelheimer, das weltweit größte Privatunternehmen der Pharmaindustrie zu sein.

Es ist kaum ein Jahrzehnt her, da wurde der Name Boehringer selbst aus der Werbung weitgehend herausgehalten. Die Eigentümerfamilie Boehringer-Baumbach ist prinzipiell dagegen, dass ihre Firma zu bekannt wird. »Diese Zurückhaltung ist Politik und ein großes Stück Bescheidenheit «, sagen Betriebsangehörige über Firma wie Familie. So viel Understatement bei neun Milliarden Euro Umsatz, 35000 Mitarbeitern und einem gut gehenden Geschäft mit weltweit rund 6 000 verschiedenen Artikeln. Nur die oft unaussprechbaren Namen ihrer Präparate sollen ins öffentliche Bewusstsein dringen, jeder Personenkult dagegen vermieden werden. Die Medienscheu ist auch der Grund, warum an den Gebäuden des riesigen Stammwerks in Ingelheim bis vor wenigen Jahren nie der Firmenname oder wenigstens ein Logo zu sehen war, obwohl Einheimische links und rechts des Rheins in Hessen wie Rheinland-Pfalz genau wussten, wem das gigantische Werk in der nur 25840 Einwohner zählenden Rotweinstadt gehört. »Der Boehringer « ist ja wegen seiner Dimension nicht zu übersehen. Allerdings ähnelt das Stammwerk dank der Grünanlagen eher einem Hochschulcampus. Die Mammutfabrik dürfte täglich die meistbesuchte Einrichtung weit und breit sein. Abgesehen von den gut 6 000 Mitarbeitern gehen jeden Werktag nochmals rund 1500 Menschen auf dem Gelände ein und aus.