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Kapitel 3 Wie Sie Kontakte pflegen, die Sie (noch) nicht haben (S. 92-93)
Wer mit bescheidenen Mitteln die richtigen Dinge tut, wird mehr erreichen als einer, der mit aller Kraft an den falschen Aufgaben arbeitet.
Selbsterkenntnis
Im vorigen Kapitel haben Sie erfahren, wie Sie auf kreative Art und Weise Kontakte zu Menschen pflegen können, die Sie bereits kennen. Eine noch viel ambitioniertere Fragestellung aber ist: Wie pflege ich Kontakte, die ich noch nicht habe?
Auf den kommenden Seiten geht es zunächst um Fragen der Strategie: Wen wollen Sie kennen lernen? Wer kann Ihr Netzwerk bereichern? Und vor allem: Wie können Sie diesen Jemand kennen lernen? Ich werde Ihnen zeigen, wie Sie sich klare Ziele setzen und warum Sie gut recherchieren müssen. Und dass Mut belohnt wird und Sie manchmal mit einfachen Mitteln die erstaunlichste Wirkung erzielen können.
Die Basis: strategisches Denken
Der Begriff Strategie kommt aus dem Griechischen und bezeichnete ursprünglich nichts anderes als die Kunst der Heeresführung (stratos = Heer; agein = führen).
Es sei gleich vorneweg gesagt: Es gibt keine einheitliche, allumfassende Definition für »Strategie«. Nach meiner persönlichen Definition ist eine Strategie nichts anderes als der Weg, den ich einschlage, um meine Ziele zu erreichen. Demnach setzt sich eine Strategie aus allen Maßnahmen zusammen, die ich plane und ergreife. Strategisch zu denken bedeutet also, dass Sie Ihren Erfolg nicht dem Zufall überlassen. Auch Networking, wie ich es verstehe, braucht strategisches Denken, auch wenn Sie – nach dem Serendipity-Prinzip – dabei manchmal auf Menschen und Möglichkeiten stoßen, die Sie gar nicht gesucht haben!
Bei der Entwicklung einer Networking-Strategie müssen Sie sich mit folgenden Fragen befassen: Wen möchten Sie kennen lernen? Warum möchten Sie eine bestimmte Person kennen lernen? Was kann diese Person beziehungsweise was kann Ihnen dieser Kontakt an Nutzen bringen?
Wen möchten Sie kennen lernen?
Wenn Sie sich drei Personen auf der ganzen Welt aussuchen dürften, die Sie gerne zu Ihrem Netzwerk zählen würden – wen würden Sie auswählen? Einflussreiche Politiker, Topmanager, bekannte Schauspieler oder Musiker? Spannend wäre es sicher, mit Friedrich Merz zu Abend zu essen und sich sein Steuermodell persönlich auf einem Bierdeckel erklären zu lassen oder mit Peter Maffay über die achtziger Jahre zu philosophieren – aber: Was könnten diese Menschen wirklich für Sie tun?
Und was könnten Sie für diese Menschen tun? Denn das ist ja der Grundgedanke des Networkings – der Austausch von Informationen und der beiderseitige Nutzen einer Beziehung. Wenn Sie sich also interessante Menschen für Ihr Netzwerk wünschen, bedenken Sie eines: Erfolgreiches Networking ist am erfolgversprechendsten auf der gleichen beziehungsweise auf einer vergleichbaren Ebene. Ein Topmanager beispielsweise ist kein geeigneter Ansprechpartner für einen Hochschulabsolventen. Er wird keine passende Stelle in seinem Team haben, er kann ihn bestenfalls an einen Manager ein paar Ebenen tiefer verweisen.
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