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Islam erleben

Islam erleben

von: Kirstin Kabasci

Reise Know-How Verlag, 2001

ISBN: 9783831710072, 160 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 8,90 EUR

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Islam erleben


 

Als Newcomer im Islam (S. 77-78)

Okzident trifft Orient

Wer in eine ihm fremde Zivilisation reist, sollte sich bewusst machen, dass Wirklichkeiten kulturabhängig sind. Wie man Realität wahrnimmt, was man als anerkennenswert oder ablehnend bewertet ist neben der persönlichen Erfahrung, dem Alter, der Ausbildung und Stimmung auch abhängig von der Gesellschaft, in der man lebt und groß geworden Ziel sein – immerhin gibt es auch oft genug eigene Landsleute, mit denen keine Eintracht erreicht wird. In der Manier, wie Menschen aus verschiedenen Welten mit der jeweils anderen (vermeintlichen) Wirklichkeit umgehen, treten häufig feindliche Vorurteile auf.

In unserem mitteleuropäisch-kosmopoliten und neuzeitlich-aufgeklärten Denken erstreckt sich zwischen Orient und Okzident eine tiefe Kluft. Es gibt eine verstärkte Sensibilität und tendenziöse Hysterie des Westens gegenüber dem islamischen Kulturraum. Warum nur spukt in vielen Köpfen das Schreckgespenst vom „aufdringlichen Araber" oder der „unterdrückten Frau" als Synonym für alle Muslime?

Religion, Sprache, Gesten, Moralansichten, Sozialgefüge, Erziehung, Umgangsformen, Gewohnheiten, Zeitvorstellungen, Traditionen und Tabus sind im Orient anders als im Okzident. Eine „zu Hause" erlebte Gegebenheit kann woanders völlig anders bewertet werden – und umgekehrt. Auch wie Muslime oder Nicht-Muslime mit ihren Kulturerfahrungen umgehen unterscheidet sich.

Die folgenden Kapitel sollen deshalb helfen, typisch orientalische Realitätssichten zu erkennen und sich diese im alltäglichen Miteinander bewusst zu machen.

 „Fremd" muss nicht „Feind" heißen

Die Begegnung mit Menschen einer unbekannten Religion setzt die Bereitschaft voraus, sich auf sie einzulassen. Andere Lebensarten, Verhaltensweisen und Gefühlsreaktionen müssen akzeptiert werden. Hilfreich ist ein Grundverständnis der andersartigen Glaubenswelt und ihrer Riten.

Sicherlich ist es schwierig, sich an Fremdes zu gewöhnen. Mit allem einverstanden zu sein ist wohl unmöglich. Doch solange man Toleranz und Aufgeschlossenheit zeigt, muss dies nicht unbedingt