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Wissensmanagement mit elektronischen internen Wissensmärkten

Wissensmanagement mit elektronischen internen Wissensmärkten

von: Markus Ilg

Josef Eul Verlag, 2005

ISBN: 9783899363968, 336 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 45,00 EUR

Ersparnis: 8,00 EUR

  • TQM als integratives Managementkonzept - Das EFQM Excellence Modell und seine Umsetzung
    Microsoft PowerPoint 2003 Kompendium
    Philosophie der Zahlen
    Kennzahlen in der IT: Werkzeuge für Controlling und Management
    Psychologie des Wissensmanagements
    Access 2003 programmieren: Professionelle Anwendungsentwicklung mit Access und VBA
    Wissensmanagement: Zwischen Wissen und Nichtwissen
    Risiken des Unternehmens
 

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Wissensmanagement mit elektronischen internen Wissensmärkten


 

D. Gestaltungsvorschlag fur einen elektronischen internen Wissensmarkt (S. 167-168)

I. Systemspezifikation elektronischer interner Wissensmarkte mit der Anwendungsfalltechnik

1. Grundlagen der Anwendungsfalltechnik

a) Anwendungsfälle als Leitlinien der Softwareentwicklung nach dem Unified Process

Zur Modellierung komplexer Systeme, insbesondere zum Entwurf von EDV-Systemen, wurden zahlreiche Vorgehensmodelle und Modellierungstechniken entwickelt. Stellvertretend seien das im deutschsprachigen Raum verbreitete ARIS-Konzept sowie das im angloamerikanischen Raum bekannte Vorgehensmodell des Unified Process genannt. Vorgehensmodelle strukturieren den Softwareentwicklungsprozess und unterteilen diesen typischerweise in mehrere Phasen. Während hinter dem inzwischen veralteten Wasserfallmodell noch eine starre Struktur des Projektablaufs steht, bildet die iterative Softwareentwicklung einen Schwerpunkt des zunehmend diskutierten Vorgehensmodells des Unified Process. Weitere Kernmerkmale sind unter anderem der Einsatz objektorientierter Techniken in Analyse, Design und Programmierung, die frühzeitige Ausarbeitung erfolgskritischer Systemkomponenten oder die permanente Einbindung der späteren Benutzer. Der Unified Process ist zwar von speziellen Entwurfsmethoden unabhängig, er wird aber vor allem bei Entwicklungsprojekten diskutiert, in denen die Unified Modeling Language (UML) als Modellierungssprache eingesetzt wird.

Zur Unified Modeling Language gehören verschiedene Modellierungstechniken, die abhängig von der jeweiligen Modellierungsanforderung zum Einsatz kommen, beispielsweise Klassendiagramme, die eine statische Sicht auf die relevanten Konzepte des zu entwickelnden Systems wiedergeben, oder Sequenzdiagramme, welche die Zusammenhänge zwischen Systemelementen im Zeitablauf ausdrücken. Ein in seiner Bedeutung unterschätztes Analyse- und Entwurfswerkzeug der UML sind Anwendungsfälle (use cases)7, die der systematischen verbalen Beschreibung der Systemanforderungen dienen. Im Vorgehensmodell des Unified Process stellt die Formulierung von Anwendungsfällen eine der ersten Tätigkeiten im Projektablauf dar, die auch in späteren Projektphasen immer wieder aufgegriffen wird.

Erste Phase in Softwareentwicklungen nach dem Unified Process ist die Phase Vorbereitung. Sie dient der Erarbeitung eines gemeinsamen Verständnisses über die Projektziele zwischen Auftraggebern, Ausführenden und künftigen Benutzern. Die Größenordnung des Projekts wird in zeitlicher und finanzieller Hinsicht beschrieben, die wichtigsten Anwendungsfälle werden zumindest grob skizziert, für besonders kritische Projektteile werden einfache Prototypen entwickelt. Anhand dieser ersten Ergebnisse wird über die Fortsetzung des Projekts entschieden.

Gegenstand der Ausarbeitungsphase ist die iterative Softwareentwicklung in beispielsweise zwei bis vier kurzen Zyklen, die jeweils nur eine oder wenige Wochen dauern. Die Projektziele werden überarbeitet und verfeinert, wesentliche Komponenten der Systemarchitektur angelegt. Riskante Projektteile müssen in Grundzügen gelöst und die als kritisch eingeschätzten Anwendungsfälle detailliert ausgearbeitet werden. Erneut bilden die Phasenergebnisse, nun auf detaillierterem Niveau, die Basis einer Entscheidung über die Fortführung des Projekts.

In der Konstruktionsphase wird der Hauptteil der Softwareherstellung geleistet, die Entwicklung der in der Ausarbeitungsphase begonnenen Systemteile wird fortgesetzt und um die fehlenden Komponenten ergänzt. Häufig sind Funktionen, die zunächst nur für die Abarbeitung eines Standardfalls entwickelt wurden, um die Bearbeitung weiterer Szenarien zu ergänzen. Ergebnis der Konstruktionsphase ist ein Softwareprodukt samt Benutzerhandbuch und Releasebeschreibung.

In der Phase Übergang wird das Softwaresystem bei den Benutzern eingeführt und in die bestehende EDV-Landschaft integriert, z. B. durch die Anbindung an bestehende Datenbanken oder Schnittstellensysteme. Werden unternehmungskritische Applikationen abgelöst, ist zunächst ein Parallelbetrieb zu empfehlen. Begleitende Workshops oder Benutzerschulungen direkt am Arbeitsplatz erhöhen die Akzeptanz. Die Aktivitäten, die Gegenstand der einzelnen Iterationen innerhalb der Projektphasen sind, werden in sechs Kerndisziplinen und drei unterstützende Disziplinen gruppiert. Während des Fortschreitens des Softwareentwicklungsprozesses verschiebt sich allerdings der Schwerpunkt, der in den Iterationen auf die einzelnen Disziplinen gelegt wird. In frühen Projektphasen bilden beispielsweise die Geschäftsprozessmodellierung, das Anforderungsmanagement sowie Analyse und Design inhaltliche Schwerpunkte, in späteren Projektphasen verschiebt sich der Fokus auf Implementierung und Test.