Suchen und Finden

Titel

Autor/Verlag

Inhaltsverzeichnis

Nur eBooks für mein Endgerät anzeigen:

 

Newsletter

Das Buch des Schwarzen Prinzen 3 - Das Kristallhaus

Das Buch des Schwarzen Prinzen 3 - Das Kristallhaus

von: Ralf Lehmann

PeP eBooks, 2006

ISBN: 9783894809911, 193 Seiten

Format: ePUB, PDF

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Bookeen Cybook Orizon,Ectaco Lite,Odys Media Book Scala,Aluratek Libre,eLyricon EBX-500.TFT,PocketBook 302,IREX Digital Reader,FlatReader,BeBook 'One',iRiver Story,Sony Reader PRS-3xx,Bookeen CyBook Opus,Hanvon/Hexaglot N518,PocketBook 301+,COOL-ER eReader,Inves-Book 600,eLyricon EBX-600.E-Ink, Bookeen CyBook Gen3 ab Rev: 1.9,Italica Reader,Sony Reader PRS-505, -6xx, -7xx,Pocketbook 360,Hanvon N516 Weltbild Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 5,99 EUR

Ersparnis: 0,96 EUR

  • Mein kostbares Leben
    Subs - Roman
    Was vom Tode übrig bleibt - Ein Tatortreiniger berichtet
    Das Kinderwunsch-Buch für Männer
    Satori - Thriller
    Figur-Guide für Bauch, Beine, Po - Richtig abnehmen, effektiv straffen, nachhaltig schlank bleiben
    Immer schön cool bleiben! - Das BRIGITTE-Sommerlesebuch
    Der Darm denkt mit - Wie Bakterien, Pilze und Allergien das Nervensystem beeinflussen
  • Steine denken nicht - Philosophische und sozialkritische Betrachtungen über das Sein im Dasein und das Dasein im Nichtsein
    Die letzte Arche - Roman
    Die Herrlichkeit des Herrn - Die Enthüllung des Bibelgeheimnisses
    Der Weg der Könige - Roman
    Höhere Schwingungen - höheres Bewusstsein - Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte und unser Weltbild im Wandel der Zeit
    Die Wanderbibel - Alles über Bergwandern, Weitwandern, Nacktwandern und Stadtwandern
    Dienerin zweier Herren
    Scooter Katalog 2011 - Alle Roller 50-1000 ccm
 

Mehr zum Inhalt

Das Buch des Schwarzen Prinzen 3 - Das Kristallhaus


 

1 Im Holzland (S. 7-8)

»Diese Sage passt zum heutigen Tag«, sagte Erouan hart. »Seit die Schattenmänner da sind, ist eine düstere Zeit für uns angebrochen. Das habe ich in dem Moment verstanden, als ich den Jungen sah.« Das Holzland ist ein Teil Araukariens und dem Alten Reich als einzige Provinz bis zum Untergang treu geblieben. Die Holzländer, wie sie sich selber nennen, haben dem Born gern Tribut gezahlt – in der Gewissheit, dass er sie dann meist in Ruhe lässt. Deswegen hat diese Gegend immer eine ziemliche Eigenständigkeit bewahrt.

Die Holzländer behaupten von sich, das älteste Volk der Welt zu sein, denn der Überlieferung nach stand in ihrer Heimat der Ahnbaum – hoch wie ein Berg und ebenso ausladend. Wenn seine Früchte zu Boden fielen, zerbrachen sie, und alle Arten von Lebewesen krochen daraus hervor. So wurde das erste Leben erschaffen, und die Lande bevölkerten sich.

Dann verdorrte der Baum und brach zu einem großen, modrigen Hügel zusammen, dem heutigen Holzland. Die kleinwüchsigen Bewohner wissen mit wenig Aufwand Nutzen aus dem fruchtbaren Boden zu ziehen. Außerdem beherrschen sie eine weitere Kunst: Tief unter der Erde fördern sie das versteinerte Harz des Ahnbaums zutage, das sie als Tränenstein bezeichnen – weil sie vermuten, dass der Vater allen Lebens viel Kummer mit seinen Abkömmlingen gehabt hat. Sie stellen daraus großartige Kunstwerke her, die in der ganzen Welt Beachtung finden: durchsichtige Figuren oder Kugeln und Quader, die von innen heraus in honigfarbenem Licht schillern. Sie handeln damit und tauschen Lebensmittel aus fernen Ländern ein. Kaum ein Volk ist so naschhaft wie die Holzländer.

Wie durch ein Wunder war Fernd seinem Angreifer vor dem Waldbühl entkommen – im Gegensatz zu Bolgan, der überwältigt worden war – und marschierte jetzt die Oststraße entlang. Die war nicht viel mehr als ein gewundener Trampelpfad, doch schon die Heere des alten Khor waren hier gezogen, um ihre Heimat zu verteidigen. Er war auf sich allein gestellt, und die Wölfe suchten ihn. Vermutlich hatten sie seine Spur wieder gefunden und holten rasch auf.

›Und hier gibt es nirgendwo Deckung‹, dachte Fernd. Immer noch schwebten die Ereignisse in Araukaria wirr und ungeordnet in seinem Kopf herum. Und der Gedanke an Reika. Mit aller Kraft versuchte er, ihr Bild von sich fern zu halten, aber dann sah er sie doch, bleich, müde und so traurig, dass er fast den Verstand verlor. Manchmal, wenn das Gefühl der Verlassenheit zu groß wurde, warf er sich hin, krallte die Hände in den Boden und presste das Gesicht in die Erde. Von dort ging etwas aus, das ihm Kraft gab – vielleicht der Gedanke, dass Reika auf demselben Boden stand. Sein Bruder Hatib fand die Kraft zum Weitergehen immer in sich selbst, Fernd dagegen musste sie aus den Erinnerungen an sein Mädchen schöpfen.

War das Freiheit? Hatib hatte einmal gesagt, beim Marschieren durch die Lande werde man leicht und lasse den Körper hinter sich; dann erhebe man sich in die Lüfte und segle einfach mit dem Wind davon – zu den Meeren, wo alles sein Ende finde. Auch Fernd spürte, dass er nur die Schwingen seiner Fantasie ausbreiten musste, doch dieses Gefühl machte ihm Angst.

›Ich will gar nicht frei sein‹, dachte er. ›Frei ist man nur, wenn man allein ist.‹

Entferntes Wiehern ließ ihn aufhorchen, und Fernd wandte sich um. Auf einer Anhöhe, etwa eine Meile hinter ihm, hatte ein Reitertrupp Halt gemacht. Kaum sah er ihn, lief er panisch los. ›Sie werden mich finden‹, hämmerte es in seinem Kopf. ›Sie werden mich finden und töten.‹ Doch so weit war es noch nicht, denn er stolperte geradewegs in ein Dorf der Holzländer hinein. Ihre Häuser sind so klein wie für Kinder, haben aber eine große hölzerne Veranda. Gut zwanzig dieser Häuser zogen sich den Weg entlang, und sogar ein gusseiserner Ziehbrunnen war da, aus dem ein Holzländer gerade Wasser schöpfte. Fernd lief geistesgegenwärtig hin und fasste ihn an der Schulter.