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1 Beratung: Ein Bedürfnis nach Kompetenz (S. 3-4)
Beratung hat zwei Seiten – ein Prozess, in dem Hilfe gesucht und gegeben wird. Ziel der Beratung ist es, einer Person, Gruppe, Organisation oder einem größeren System zu helfen, die für die Auseinandersetzung mit Problemen und Veränderungsbemühungen erforderlichen inneren und äußeren Kräfte zu mobilisieren.
Die Werte, Absichten und Verhaltensweisen eines Beratungsverhältnisses unterscheiden sich von denen der Führung, Überwachung, Bewertung, Therapie und Freundschaft. Viele Personen jedoch üben in ihrer Rolle als Verwaltungsbeamter, leitender Angestellter, Anwalt, Therapeut, Freund, Vater oder Mutter auch beratende Funktionen aus. Immer mehr Personen in unserer Gesellschaft nennen sich Berater, weil sie helfende Aufgaben haben. Viele dieser Berater sind außenstehende Helfer oder externe Berater. Andere sind Teil des Systems, dem sie zu helfen versuchen, weshalb sie interne Berater genannt werden.
Professionelle und freiwillige Helfer
Im Laufe unserer ganzen Geschichte hat es Menschen gegeben, die in ihren Gruppen den Status und die Glaubwürdigkeit eines Helfers bei der Lösung von Problemen erwarben oder zugewiesen bekamen. Stammesälteste, Medizinmänner und Priester entwickelten häufig spezielle Fähigkeiten als Helfer bei persönlichen oder Gruppenproblemen. Die Vorbereitung auf die Rolle des Helfers beinhaltete zwar keine besondere Ausbildung, doch musste eine Lehrzeit absolviert werden, und die Auswahl erfolgte nach der Begabung.
Charismatische Führer wie Buddha, Christus, Mohammed und Konfuzius hatten ih re Jünger, die durch Rollenlernen, theoretische Ausbildung und beaufsichtigte Praxis helfende Fähigkeiten entwickelten und als Helfer und Berater tätig wurden. Formale Ausbildungsprogramme und interne Praktika wurden als Vorbereitung und Befähigungsnachweis zuerst für religiöse Ämter und für die medizinische Praxis, dann für Psychologen, Sozialarbeiter und Angehörige des öffentlichen Gesundheitsdienstes entwickelt. Bei den helfenden Berufen zeichnete sich die Tendenz ab, die Beratung von der Ausbildung zu trennen. In den letzten Jahren haben immer mehr Menschen eine berufliche Ausbildung erhalten, die sie in die Lage versetzt, bei der Lösung von Problemen in allen Bereichen der modernen Gesellschaft zu helfen – im Bereich des Managements, der Mitarbeiterführung, der Erziehung, der Gesundheit, der öffentlichen Dienste, der Wohlfahrt, der Erholung, der Religion, der Rehabilitation und Resozialisierung, der persönlichen Therapie.
Auch der Amateur- oder Laienhelfer ist wieder auferstanden. Der freiwillige Helfer spielt eine wichtige Rolle als „Hüter seines Bruders", guter Nachbar oder Bürger mit ehrenamtlichen Aufgaben. Die vielleicht aufregendste Entwicklung ist die allgemeine Erkenntnis, dass es wünschenswert und zweckmäßig ist, an Workshops und anderen Programmen teilzunehmen, in denen die Fähigkeiten des Helfens vermittelt werden. Solche Kurse werden an vielen Universitäten bzw. von Organisationen wie University Associates und National Training Laboratories (NTL) Institute for Applied Behavioral Science angeboten.
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