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Luftnot (S. 107-109)
Begriff
Unter Luftnot wird in diesem Kapitel die Atemlosigkeit, eine deutliche Schwierigkeit beim Atmen verstanden. „Die Luft reicht nicht mehr". Der Lufthunger nimmt zu und die körperliche Belastbarkeit nimmt rapide ab.
Ursachen
Die Atemnot entsteht durch ein Missverhältnis zwischen dem Angebot an Sauerstoff und dem Bedarf des Körpers an Sauerstoff. Dieses Missverhältnis kann verschiedene Ursachen haben.
- Generell ist zwischen der Abnahme des Sauerstoffanteils in der Luft (Höhe über dem Meeresspiegel),
- Erkrankungen der Atemwege und der
- Aufnahmefähigkeit des Lungengewebes zu unterscheiden. Weitere Problembereiche sind der Transport des Sauerstoffs im Blutkreislauf durch das Herz und die Fähigkeit der roten Blutkörperchen, den Sauerstoff aufzunehmen. So kann eine akute oder chronische Herzschwäche beispielsweise zur wässrigen, später auch eitrigen Durchtränkung kleinster Lungenbläschen führen, dem so genannten Lungenödem. Dies ist ein bedrohliches Krankheitsbild mit Unruhe, schwerer Luftnot, Zyanose und blutig-schaumigem Auswurf.
Krankheitszeichen
- Die Spanne der Atemnot reicht von dem Gefühl, atmen zu müssen bis zur Erstickung. Die Atemnot ist gekennzeichnet durch heftiges, schnelles Atmen, eine vermehrte Anstrengung bei der Atemarbeit mit sichtbarem Einziehen des Brustkorbs. - Kann man das Missverhältnis zwischen Sauerstoffangebot und Nachfrage nicht aufheben, kommt Angst hinzu.
- Zusätzliche Zeichen sind Auswurf (.Husten und Auswurf), Geräusche beim Atmen, Schmerzen, Blaufärbung der Zunge, der Lippen und Fingerspitzen. (.Zyanose)
Bedrohlichkeit
Reicht die Atmung nicht aus, um den Bedarf an Sauerstoff zu decken, zeigen die Klagen des Kranken den Grad der Bedrohung. Eine Verschlimmerung kann zur Bewusstlosigkeit bis hin zum Tod führen.
Entscheidungsweg
Für den Entscheidungsweg wichtige Krankheitsbilder sind entsprechend dem Diagramm auf den Seiten 110 u. 111 folgende Begriffe:
Hyperventilation
- Symptome: Hektisches Atmen bei gleichzeitig angstvollem Allgemeineindruck, keine wirkliche Luftnot, keine Blaufärbung der Lippen, Zunge, Fingerkuppen.
+ In eine Plastiktüte atmen lassen. Eine Ruhigstellung gegebenenfalls mit Valium® kann sinnvoll sein.
Bronchitis
- Symptom: Beginnend mit Krankheitsgefühl, Kältegefühl, leichtes Fieber, Schmerzen in Rücken und Muskulatur, Heiserkeit. Der Husten ist zuerst trocken, später kommt es zu weißlichem Auswurf.
+ Ursache ist in der absoluten Mehrzahl der Fälle eine Infektion mit einem Virus. Deshalb hilft auch kein Antibiotikum. Antifiebermittel (ASS), viel trinken.
Lungenentzündung (Pneumonie)
- Nimmt das Fieber zu oder bleibt es über Tage über 38,3 °C und/ oder wird der Auswurf gelb oder grünlich, muss von einer bakteriellen Infektion ausgegangen werden. Aus der Bronchitis ist eine Lungenentzündung oder eine bakterielle Bronchitis geworden.
+ Therapie: Bettruhe bis das Fieber gesunken ist. Hustenstiller verhindern den Abtransport des Eiters und Schleims. Deshalb höchstens zur Nacht. Viel Flüssigkeit (3–4 Liter/Tag). Dampf einatmen, fiebersenkende Mittel (ASS, Paracetamol).
+ Antibiotikum. Achtung, unsere Empfehlung Ciprobay® kann eine Therapielücke haben! Hierunter versteht man die Nichtwirksamkeit eines Antibiotikums bei bestimmten Erregern.
+ Eine Verschlechterung trotz drei Tage Antibiotikumgabe ist verdächtig auf resistente Pseudomonas oder Staphylokokken oder Pneumokokken-Stämme (besondere Bakterien). Es sollte ein weiteres Antibiotikum gegeben werden und die Antibiotika sollten als Kurzinfusion wegen der sicheren Aufnahme appliziert werden. Dies und die notwendige weitere Abklärung zwingen dazu, einen Arzt aufzusuchen.
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