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Klassifizierung von Verbrauchsfaktoren (S.7)
Die in den nachfolgenden Kapiteln dargestellten Vorgehensweisen zur Prognose sowie zur Losgrößen- und Materialbedarfsplanung unterscheiden sich nicht nur bezüglich der Qualität ihrer Planungsergebnisse, sondern vor allem auch im Hinblick auf den Aufwand, der mit der Datenbereitstellung und -pflege verbunden ist. Nicht zuletzt schließt der Rechenaufwand, den manche der Optimierungsverfahren zur Losgrößenplanung verursachen, eine Anwendung für alle Produkte aus. So ist es i. a. zu aufwendig, den Bedarf an Hilfsstoffen direkt aus dem geplanten Primärbedarf abzuleiten, z. B. wenn man den Bedarf an Schrauben in einer Möbelfabrik durch Multiplikation der geplanten Anzahl zu produzierender Schränke und der Anzahl Schrauben je Schrank errechnet. Hier wird man sich aus Kostengründen mit ungenaueren, aber auch billigeren Verfahren der Bedarfsberechnung begnügen.
Der erforderliche Genauigkeitsgrad der Planung hängt von den zu erwartenden Kosteneinsparungen bei Einsatz eines genauen Verfahrens im Vergleich mit ungenaueren Verfahren ab. Es leuchtet z. B. ein, dass bei einem geringen Materialwert, der nur eine niedrige Kapitalbindung verursacht, eine grobe Schätzung des Bedarfs völlig ausreichend ist. Denn selbst dann, wenn man den Bedarf bei einem solchen Verbrauchsfaktor um ein Vielfaches überschützt, ist der damit verbundene Anstieg der Lagerkosten doch oft vernachlässigbar gering.
Zur methodischen Unterstützung der Entscheidungen in der Losgrößen- und Bedarfsplanung existiert eine große Anzahl unterschiedlicher quantitativer Verfahren, die sich sowohl hinsichtlich ihrer Planungsgenauigkeit als auch im Hinblick auf die Planungskosten z. T. erheblich unterscheiden. So lassen sich in einem konkreten Fall oft mehrere alternative Dispositionskonzepte einsetzen, zwischen denen u. a. auch bezüglich des Aufwands der Lagerbestandsüberwachung erhebliche Unterschiede bestehen. Für den Anwender stellt sich in einer konkreten Planungssituation damit das Problem, welches Verfahren für welchen Verbrauchsfaktor einzusetzen ist, damit die von der Verfahrenswahl abhängigen Kosten, d. h. vor allem die Kosten der Informationsverarbeitung und die Kosten, die als Folge ungenauer, d. h. suboptimaler Problemlösungen entstehen (z. B. erhöhte Lagerkosten infolge der Anwendung eines vereinfachten Ansatzes zur Losgrößenplanung), insgesamt so gering wie möglich werden. Offensichtlich müssen die mit einem genaueren Planungsverfahren erzielbaren Kosteneinsparungen die Kosten des Verfahrenseinsatzes (z. B. für Betriebsdatenerfassung, Pflege und Verwaltung des Datenbestands, Speicherplatz, Rechenzeit) überkompensieren.
Derartige Überlegungen sind grundsätzlich im Hinblick auf jeden Entscheidungstyp anzustellen, für dessen Unterstützung unterschiedliche Verfahren verfügbar sind. Da die Anzahl der Produkte in vielen Unternehmen in die Zehntausende geht, müssen vor dem Einsatz eines Planungsverfahrens zunächst einmal die wichtigen Produkte von den umwichtigen getrennt werden. Hierzu dient die Klassifikation nach der wertmäßigen Bedeutung. Zur Vorbereitung des Einsatz eines Prognoseverfahrens ist darüberhinaus die Klassifikation der Produkte nach der zeitlichen Struktur ihres Bedarfsverlaufs erforderlich.
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