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Globalisierung - Gerechtigkeit - Gesundheit. Einführung in International Public Health

Globalisierung - Gerechtigkeit - Gesundheit. Einführung in International Public Health

von: Oliver Razum, Hajo Zeeb, Ulrich Laaser

Verlag Hans Huber, 2006

ISBN: 9783456943541, 352 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 35,99 EUR

Ersparnis: 3,96 EUR

  • Über das Glück - und wie wir es verhindern können - Neun Strategien zur Förderung des Unglücks
    Keiner gibt uns die Zeit zurück - Dramatische Lebensgeschichte
    Pädagogik bei Krankheit - Konzeptionen, Methodik, Didaktik, Best-Practice-Beispiele
    Den Jahresabschluss verstehen einfach gemacht
    Nächste Station Erde - Langzeittherapie eines schwer traumatisierten Kindes in Praxis und Theorie
    Ein-Personen-Unternehmen
    Persönlichkeit und Stimme - Qigong-Übungen für die Stimmbildung
    Innovative Finanzierung & Investitionen
  • Self-Assessment: Theorie und Konzepte
    Unternehmer Know-how
    Psychoonkologie - Bewegliche Vielfalt in starren Strukturen? - Bericht der dapo-Jahrestagung 2011
    Neobooks - Transalp 8 - Der große eBook-Rätselkrimi
    ´´Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann´´ - Facetten der Medizinischen Psychologie in Greifswald - Eine Hommage anlässlich des 60. Geburtstags von Hans-Joachim Hannich
    Der Thron der roten Königin
    VII. Intensivkurs Nieren- und Hochdruckkrankheiten der Akademie Niere
    Der Himmel und die Luft zum Atmen - Roman
 

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Globalisierung - Gerechtigkeit - Gesundheit. Einführung in International Public Health


 

2.3 Gesundheitsfinanzierung: Risikomischung und soziale Gerechtigkeit (S. 135)

Jens Holst
2.3.1 Einleitung

Kaum ein Thema beherrscht die gesellschaftspolitische Diskussion in gleichem Maße wie die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme. In den reichen Industrieländern dreht sich die Debatte um die Krise des Sozialstaates, der in seiner bisherigen Form nicht mehr finanzierbar sei und einer dringenden „Modernisierung" bedürfe. In den armen Staaten setzt die international vereinbarte „Bekämpfung der Armut" vor allem bei Wirtschaftsförderung und der Verbesserung einzelner Indikatoren an, während die Absicherung der Menschen gegen gesellschaftliche und insbesondere gesundheitliche Risiken oft nur eine untergeordnete Rolle spielt. Mehr „Effizienz" fordern in erster Linie Ökonomen ein, und im Zuge des globalisierten Einheitsdenkens bieten sie zumeist marktwirtschaftliche Rezepte als Allheilmittel.

Das weltweit zu beobachtende Primat des Ökonomischen über das Politische degradiert die Sozialpolitik vielerorts zu einer Variablen von Staatshaushalt und überwiegend privaten Wirtschaftsinteressen. Auch dieses Phänomen ist in den Industriestaaten ebenso zu beobachten wie in den Entwicklungsländern. Trotz großer Unterschiede von Wirtschaftskraft und gesellschaftlichen Bedingungen weisen dabei die Herausforderungen, Diskussionen und Lösungsansätze erstaunliche Ähnlichkeiten auf. Übereinstimmendes Kriterium heutiger Gesundheitsreformen scheint die Einführung und Umsetzung marktwirtschaftlicher Mechanismen zu sein.

Die „effiziente" Allokation sich zunehmend verknappender Ressourcen und die Steuerung von Angebot und Nachfrage auf dem Gesundheitsmarkt bestimmten vor allem in den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts die Gesundheitspolitik der meisten Länder. Entscheidenden Einfluss hatten die marktorientierten Strukturanpassungsvorgaben von Weltbank, Internationalem Währungsfonds und anderen Geldgebern. Mittlerweile haben allerdings etliche Staaten innovative Finanzierungsansätze und Reformvorhaben umgesetzt, die sozialer Gerechtigkeit und umfassender Absicherung der Bevölkerungsgruppen Vorrang gegenüber bloßer Wirtschaftlichkeit einräumen. Nachdem demografische, epidemiologische, gesundheitswissenschaftliche und insbesondere ethisch-moralische Fragen jahrelang zweitrangig waren, lassen die heutigen Reformansätze durchaus eine unterschiedliche Gewichtung dieser fundamentalen, aber leichtfertig als „unmodern" bezeichneten Kriterien jeder Sozial- und Gesundheitspolitik erkennen.

Im Zusammenhang mit der vermehrten Orientierung der internationalen Zusammenarbeit auf eine Verringerung der weltweiten Armut setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass der Aufbau sozialer Sicherungssysteme und insbesondere eine gerechte und universelle Gesundheitsfinanzierung Wachstum und Entwicklung der Länder stärker fördern als simple finanzpolitische Ansätze.