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7 Der Anwendungsfall des Sozialmanagements im Kontext aktueller Entwicklungen (S. 103-104)
Da die Arbeit des Verfassers neben Wirtschaftsunternehmen in und mit vielen Non-Profit-Organisationen stattfindet, soll das Beispiel des sog. Sozialmanagements als Anwendungsfall für die Auffassung der Systemaufstellung als Entwicklungsinstrument für die Managementpraxis dienen. Dabei muss etwas ausführlicher auch auf aktuelle Entwicklungen der Sozialen Arbeit und auf den Wandel in der Weiterbildungs- und Beratungsszene in diesem Bereich eingegangen werden, um die hier vertretene These einer Nutzbarmachung der Systemaufstellungen sowohl in der Organisations- wie in der Personalentwicklung explizieren zu können.
7.1 Definition des Sozialmanagements mit Bezug auf Betriebswirtschafts- und Managementlehre
Der Begriff „Management" ist in Großbritannien und in den Vereinigten Staaten die Bezeichnung für das Handeln in Organisationen, das sich in den Bereichen Zielfindung, Problemlösung, Organisation, Planung, Führung und Erfolgskontrolle ereignet (vgl. Woll 1991). Dass sich der Begriff „Management" seit den 20er Jahren auch im deutschen Sprachbereich durchgesetzt hat, mag daran liegen, dass er in einem Wort das ausdrückt, wozu es im Deutschen mehrerer Wörter bedarf – Führen, Leiten, Organisieren usw.
Auf sämtlichen Organisationsebenen (Top-, Middle- und Lower-Management) sind Managementwissen und entsprechende Fähigkeiten notwendige Bestandteile beruflichen Handelns. Die Diskussion um das Thema „Sozialmanagement" (vgl. Müller/Priepke 1991, Merchel 2001, Schwarz 2001) dreht sich mithin um die Nutzbarmachung und Anwendbarkeit wirtschaftlicher und wirtschaftswissenschaftlicher Dimensionen einerseits und Techniken der Managementlehre andererseits auf die Felder Sozialer Arbeit.
Näher betrachtet lassen sich m. E. die Aspekte des Sozialmanagements drei Bereichen zuordnen:
1. Der funktionsbezogenen Betriebswirtschaftslehre (vgl. Schneider 1987), bezogen auf die Besonderheiten Sozialer Arbeit wie z. B. Sozial-Marketing und Finanzierung sozialer Infrastruktur, Dienstleistungserstellung und Controlling, Personalwirtschaft (vgl. Stopp 1998) im allgemeinen oder Corporate Identity und Leitbildentwicklung im speziellen;
2. Dem Management-Querschnittswissen: insbesondere Qualitätsmanagement, Innovationsmanagement, Projektmanagement, Team-, Konflikt- und Veränderungs-Management;
3. Der persönlichen Managementqualifikation: z. B. Führung, Kommunikation, Zeitmanagement, Kreativität.
Ich werde im Folgenden auf die drei Bereiche im Kontext aktueller Entwicklungen Sozialer Arbeit kurz eingehen, im Bereich der funktionsbezogenen Betriebswirtschaftslehre auf ein einfaches und mir nützlich erscheinendes Management-Tool im Bereich des Team-Managements hinweisen und schließlich auf zukünftig erwartbare Entwicklungen im Bereich der vorbetrieblichen und betrieblichen Weiterbildung etwas genauer abstellen, nämlich auf das Management – und Kommunikationstraining im Sinne des Erwerbs methodischer Querschnitt-Fähigkeiten und persönlicher Management-Qualifikationen. Die Ausführungen sollen deutlich machen, dass die referierten Entwicklungen zum einen Handlungsbedarf anzeigen, aber auch vielfältige Chancen zur Innovation im Management sozialer Dienste und zur interdisziplinären Zusammenarbeit bieten.
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