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Die Tempelrolle vom Toten Meer und das Neue Jerusalem

Die Tempelrolle vom Toten Meer und das Neue Jerusalem

von: Johann Maier

Ernst Reinhardt Verlag, 2002

ISBN: 9783825208295, 406 Seiten

3. Auflage

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 35,00 EUR

  • Kaiserkult in Kleinasien - Die Entwicklung der kultisch-religiösen Kaiserverehrung in der römischen Provinz Asia von Augustus bis Antoninus Pius
    Wenn die Mondblumen blühen - Roman
    Altern wie ein Gentleman - Zwischen Müßiggang und Engagement
    Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel - Roman
    Alles auf eine Karte - Roman
    iPad-Programmierung
    Lux Domini - Thriller
    Das Twitter-Buch
  • Wo lassen Sie denken? - Warum der Glaube an die Wissenschaft uns dumm macht
    Das Facebook Marketing-Buch
    Glückstreffer - Roman
    Vintage your life! - Besser leben, weniger ausgeben zwischen Küche und Kleiderschrank
    Gefährtin der Finsternis - Roman
    Swimmingpool - Roman
    Behemoth - Im Labyrinth der Macht
    Light Against Darkness - Dualism in Ancient Mediterranean Religion and the Contemporary World
 

Mehr zum Inhalt

Die Tempelrolle vom Toten Meer und das Neue Jerusalem


 

Einführung (S. 2-3)

1. Die eigentümliche Geschichte der Rolle l IQ 19

Im Jahr 1960 wurde durch einen amerikanischen Vermittler dem israelischen Archäologen Yigael Yadin mitgeteilt, daß ein Händler in Bethlehem Handschriften aus Qumran anzubieten habe, was bei den zuständigen israelischen Institutionen naturgemäß intensives Interesse auslöste. Der Vermittler, Reverend Joe Uhrig, hatte durch einen jordanischen Bekannten in den USA von der Existenz dieser Handschriften erfahren, sich in Bethlehem mit dem Besitzer in Verbindung gesetzt und ihn überredet, das Material israelischen Stellen anzubieten. Auf Anraten des Archäologen W. F. Albright, den er nach seiner Heimkehr in die USA ins Vertrauen gezogen hatte, informierte er Yigael Yadin, der sich in den folgenden Jahren mit Hilfe dieses Vermittlers darum bemühte, die Rolle zu erwerben und aus der damals noch jordanischen Westbank herausbringen zu lassen, ein Unterfangen, bei dem freilich Verkäufer und Käufer gegen geltendes und international anerkanntes jordanisches Recht verstoßen hätten. Entsprechend prekär war die Position der Verhandlungspartner. Eine für beide Seiten akzeptable Lösung in Bezug auf den Preis kam nicht zustande, die ersten Preisforderungen sollen sich zwischen l Million und 250.000 Dollar bewegt und Yadin soll bis zu 130.000 geboten haben. Zwar konnte Yadin in der Zwischenzeit durch Uhrig für angeblich 2.500 Dollar das Fragment einer Psalmenrolle ankaufen und aus Jordanien herausschmuggeln lassen, und er erhielt auch ein Fragment der Tempelrolle zur Prüfung der Echtheit, doch kam es zwischen Yadin und dem Vermittler, den Yadin in seinen Berichten nur ""Mr. Z."" genannt hat, zu einer ernsten Verstimmung. Jedenfalls war Yadin gründlich verärgert, als er seine Vorschläge bis 1962 nicht durchzusetzen vermochte und der Vermittler nicht bereit war, eine für seine Bemühungen und Aufwendungen erhaltene Geldsumme von 10.000 Dollar zurückzuzahlen. Andrerseits behauptet Uhrig, Yadin habe ihn über das Ergebnis der Untersuchung des Fragments wissentlich falsch unterrichtet und erklärt, es handle sich nur um einen relativ uninteressanten Kaufvertragstext. Es versteht sich von selbst, daß die israelische Seite in der Zwischenzeit längst die näheren Umstände herausgefunden hatte und über alternative ""Lösungen"" nachdachte. Außerdem hatte sie nun die Möglichkeit, den Verkäufer, dem ja der Zugriff der jordanischen Behörden drohte, daran hindern zu können, die Rolle an Dritte zu verkaufen, so daß für Israel insofern kein Verlust der Rolle zu befürchten war. Es war folglich kein großes Wunder, wenn Y. Yadin, der gefeierte Generalstabschef des Befreiungskrieges von 1948/9, im Sechstagekrieg vom Juni 1966 in der Lage war, die Rolle in einer gesonderten militärischen Aktion am 8. Juni in Bethlehem im Haus des bereits seit den ersten Qumranfunden mit den Beduinen in Kontakt stehenden Khalil Iskander Shahin (""Kando"") aus ihrem Versteck zu holen und zu beschlagnahmen. Rechtlich gesehen war dies auf eine pikante Weise durchaus zu begründen, weil die Besatzungsmacht im Namen des geltenden jordanischen Rechts vorgehen konnte, gegen das der Verkäufer in jedem Fall verstoßen hatte. Da man jedoch in Israel selbstverständlich die Rolle nicht als jordanischen Staatsbesitz anerkennen wollte, kam es dennoch zu einem - rechtlich freilich nicht ganz einwandfreien - Geschäftsabschluß, durch den die Rolle für einen Preis von angeblich 105.000 Dollar in den Besitz der zuständigen israelischen Behörde gelangte und sich nun bei den anderen großen Qumran-Schriftrollen im ""Shrine of the Book"" des Israel Museums befindet. Diese Vorgänge, die Stoff für einen spannenden Film bieten könnten, sind im Detail noch immer nicht zuverlässig erfaßt, denn Y. Yadin selbst hat darüber angesichts der Sachlage begreiflicherweise nur recht zurückhaltende und teilweise möglicherweise auch von den Tatsachen gezielt abweichende Angaben gemacht,1 und so ist diese Episode nach wie vor Gegenstand von Dementis, Gerüchten und Spekulationen, wozu nicht zuletzt die Gegendarstellung des Vermittlers Uhrig beigetragen hat,2 der nach seinen Angaben 1984 nach Y. Yadins Tod durch Zufall dessen Bericht in der ""Bihlical Archaeology Review"" von 1984 zu Gesicht bekam und nach seinen Angaben damals erst begriff, daß jene Rolle, deren Ankauf er einst nicht zu vermitteln vermocht hatte, die inzwischen durch Yadin 1977 publizierte, wertvolle ""Tempelrolle"" gewesen ist, die nun die Bezeichnimg 11Q19 trägt."