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"2 SQL vs. T-SQL (S. 61-62)
Ein Autor, der ein Buch über den Microsoft SQL Server 2005 in Angriff nimmt, wird an zahlreichen Stellen mit dem „Henne-Ei-Problem"" konfrontiert. Eine Möglichkeit der Problemlösung besteht darin, den Leser an den betroffenen Stellen mit dem Hinweis auf die spätere Erklärung zu vertrösten. Allerdings bedeutet dies in der Regel, dass das Verständnis für das Thema im aktuellen Kapitel erst beim zweiten Lesen da ist. Die andere Möglichkeit zur Lösung des „Henne-Ei-Problems"" ordnet die vorgestellten Themen so an, dass die Anzahl der notwendigen Verweise auf spätere Kapitel minimiert wird. Damit die Beispiele aus dem Kapitel über die Datenbanken verständlich bleiben, muss zuerst das Fundament zu SQL gelegt werden, wobei sich dieses auf das absolute Minimum beschränkt. Ausführlichere Informationen zu dem Leistungsumfang von T-SQL – speziell über die Erweiterungen der 2005er-Version – finden Sie im Kapitel „Transact- SQL (T-SQL) im Detail"".
2.1 Was ist SQL?
Hinter SQL verbirgt sich eine komplette Sammlung von Befehlen, die den Zugriff auf eine relationale Datenbank ermöglichen (die Merkmale einer relationalen Datenbank stellt erst das nächste Kapitel vor). SQL ist die Standardschnittstelle für eine Vielzahl von relationalen Datenbanksystemen. Mit Hilfe einer einfachen Kommandostruktur werden Datenbankstrukturen angelegt, auf Daten zugegriffen oder der Systemzustand abgefragt.
Hinweis: Die offizielle Aussprache für SQL ist „es-kju-el"", obwohl viele diesen Begriff auch als das englische Wort „sequel"" aussprechen. In der ersten Fassung war SQL unter dem vollständigen Namen „Structured English Query Language"" mit der Abkürzung SEQUEL bekannt. Heute wird SQL als Name des Standards und nicht mehr als Abkürzung betrachtet.
SQL hat ein für die Informationstechnik biblisches Alter. Die ersten Grundlagen wurden im Jahre 1970 gelegt, als der bei IBM arbeitende Mathematiker E. F. Codd einen Artikel über das relationale Datenbankmodell veröffentlichte. Seitdem hat sich SQL natürlich weiterentwickelt und seit dem Jahr 1986 besteht dazu ein ISO-Standard.
Der Standard ISO 9075/1989 wird als erster SQL-Standard überhaupt verabschiedet. Im Jahre 1989 wird ein neuer Meilenstein gesetzt, denn die zuständigen Gremien einigen sich auf den Standard ANSI SQL-89. Die SQL-Entwicklung ist damit noch nicht abgeschlossen. Als Reaktion auf die größer werdenden Anforderungen an ein RDBMS (Relationales Datenbank- Management System) wird mit ANSI SQL-92 (alias SQL 2) der nächste Standard festgeschrieben. Zurzeit ist SQL:1999 die aktuellste verabschiedete Fassung von ANSI Standard SQL. Der Microsoft SQL Server 2005 setzt noch mehr neue Features aus SQL:1999 in die Praxis um (andere Teile wurden bereits von früheren SQL-Server-Versionen unterstützt). Sie sehen also – SQL ist keine alte, verknöcherte Sprache, sondern ein Standard, der in allen aktuellen SQL Servern unterstützt und weiter ausgebaut wird. Der nächste Standard – SQL:2003 – ist in Planung.
Es liegt in der Natur des innovationsfreudigen Datenbankmarktes, dass der Standard immer den herstellerbezogenen Implementierungen hinterherläuft. Dies hat auch für Sie als Entwickler Konsequenzen – trotz SQL-Standard müssen Sie mit produktspezifischen Eigenheiten und Erweiterungen leben. Und genau das verbirgt sich hinter Transact-SQL (abgekürzt T-SQL), denn T-SQL ist nur der SQL-Dialekt des Microsoft SQL Server. Die Abweichungen vom SQL-Standard sind an dieser Stelle nichts Nachteiliges, denn die Beschränkung nur auf den vom Standard abgedeckten Sprachumfang führt zwangsläufig zum Prinzip des kleinsten gemeinsamen Nenners. Wenn Sie das erste Kapitel nicht überblättert haben, wissen Sie bereits, wie breit das Fundament vom SQL Server 2005 angelegt ist. Es wäre töricht, freiwillig auf die speziellen Features zu verzichten – auch wenn dies im Worst Case dazu führt, dass in den eigenen Datenbankanwendungen immer dann verschiedene Implementierungen (wie zum Beispiel Data Access Layer) benötigt werden, wenn die eigene Anwendung mit SQL-Datenbanken von unterschiedlichen Anbietern zusammenarbeiten muss."
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