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Tanz der Riesen - Indien und China prägen die Welt

Tanz der Riesen - Indien und China prägen die Welt

von: Karl H. Pilny

Campus Verlag, 2006

ISBN: 9783593402468, 372 Seiten

Format: ePUB, PDF, OL

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Bookeen Cybook Orizon,Ectaco Lite,Odys Media Book Scala,Aluratek Libre,eLyricon EBX-500.TFT,PocketBook 302,IREX Digital Reader,FlatReader,BeBook 'One',iRiver Story,Sony Reader PRS-3xx,Bookeen CyBook Opus,Hanvon/Hexaglot N518,PocketBook 301+,COOL-ER eReader,Inves-Book 600,eLyricon EBX-600.E-Ink, Bookeen CyBook Gen3 ab Rev: 1.9,Italica Reader,Sony Reader PRS-505, -6xx, -7xx,Pocketbook 360,Hanvon N516 Weltbild Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 20,99 EUR

Ersparnis: 3,91 EUR

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Tanz der Riesen - Indien und China prägen die Welt


 

China heute (S. 152-153)

Schon Napoleon Bonaparte prophezeite: »Wenn China erwacht, erbebt die Welt.« Fast 200 Jahre später ist seine Vorhersage Wirklichkeit geworden. In der Tat verschieben sich vor unseren Augen derzeit fundamental die ökonomischen und politischen Machtverhältnisse der Welt in Richtung Asien, in dessen Zentrum China steht.

1. Wirtschaft

Das Wachstum um jeden Preis hat China in den vergangenen Jahren große Erfolge beschert. In den fast drei Jahrzehnten, in denen China sich der Reformpolitik unter Deng Xiaoping verschrieb, ist es dem Land in einer beispiellosen Transformation gelungen, Hunderte Millionen Chinesen aus der Armut zu erheben. Obwohl Peking seit 2004 Maßnahmen ergreift, eine konjunkturelle Überhitzung abzuwenden, ist die wirtschaftliche Dynamik des Landes ungebrochen. Die Regierung scheint die Ökonomie trotz der halsbrecherischen Geschwindigkeit auf Kurs halten zu können.

Superlative

Die atemberaubende Entwicklung erzeugt Superlative in endloser Kette. Das bevölkerungsreichste Land der Erde hat bereits jetzt mehr als 100 Millionenstädte, das gigantischste Staudammprojekt der Geschichte der Menschheit entstand am Jangtsefluss, an dessen Ufern Chongqing, die mit 31 Millionen Menschen größte Stadt der Welt, liegt. Als Symbol seiner neuen Stärke hat China im Oktober 2003 erstmals eine bemannte Raummission gestartet – als drittes Land nach den USA und der ehemaligen Sowjetunion. Von nun an müssen sich die Kosmonauten und Astronauten das All mit den chinesischen Taikonauten teilen.

Ein beeindruckendes Zeugnis chinesischen Gigantismus ist die Millionenmetropole Shenzhen, deren kometenhafter Aufstieg beinahe einem modernen Weltwunder gleichkommt. Unter Deng Xiaoping wurde 1980 die Errichtung von Sonderwirtschaftszonen (Special Economic Zones – SEZ) beschlossen, eine Art nationales Versuchslabor in Echtgröße. Eine dieser SEZs war das in unmittelbarer Nähe zu Hongkong gelegene Fischerdorf Shenzhen. Wo in den siebziger Jahren arme Bauern ihre Reisfelder bewirtschafteten, erhebt sich heute die reichste Stadt Chinas und 7-Millionen-Metropole, deren Pro-Kopf-Einkommen mit über 5 000 US-Dollar im Jahr nationale Spitze ist. Längst werden hier keine Billigprodukte mehr zusammengeschraubt: Shenzhen hat sich als Hochburg der High-Tech-Industrie etabliert, in der mittlerweile mehr als ein Zehntel der Komponenten der globalen Laptop-Produktion gefertigt wird.

Die Stadt liegt im Perlflussdelta, einer hochgradig integrierten Region, die neben Shenzhen die Provinzhauptstadt Guangzhou und in ihrem äußeren Gürtel Hongkong und Macao umfasst. Durch die ökonomische Komplementarität zu Hongkong, das die hocheffiziente Industrie des Hinterlandes durch erstklassige Serviceleistungen ergänzt, hat sich das Perlflussdelta zur wettbewerbsfähigsten Region Chinas entwickelt. Als »Stadt ohne Alte« mit einem Durchschnittsalter von unter 30 Jahren ist Shenzhen zudem die jüngste Metropole der Welt.