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Handbuch der Psychologischen Diagnostik (Reihe: Handbuch der Psychologie Bd. 4)

Handbuch der Psychologischen Diagnostik (Reihe: Handbuch der Psychologie Bd. 4)

von: Franz Petermann, Michael Eid

Hogrefe Verlag, 2006

ISBN: 9783840919114, 806 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 52,99 EUR

Ersparnis: 6,96 EUR

  • Inter- and intragenerational economic mobility - Germany in international comparison
    Islamisches Familienrecht - Methodologische Studien zum Recht malikitischer Schule in Vergangenheit und Gegenwart, Band 1
    Einführung in die Studiengangentwicklung
    Meer, du berührst meine Seele - Ein maritimes Lesebuch
    Kompetenzorientierung und Leistungspunkte in der Berufsbildung
    Die handlungsorientierte Ausbildung für Laborberufe / Prüfungsvorbereitung - Aufgaben und Lösungen
    Lehrerbildung in Gewerblich-Technischen Fachrichtungen
    Odem des Todes - Phantastik Anthologie
  • Lernen und Bildung Erwachsener
    Sherlock Holmes - Das ungelöste Rätsel
    Lippenstift und Motoröl - Eine Untersuchung zur Technologiekompetenz weiblicher Auszubildender am Beispiel der Kraftfahrzeugmechatronikerinnen
    Sherlock Holmes - Der verwunschene Schädel
    Moderne Berufsstrukturen in der Elektroindustrie - Der zweijährige Ausbildungsberuf Industrieelektriker/-in
    Beratungs- und Serviceangebote für die Nachqualifizierung - Instrumentarien, Methoden und Praxiserfahrungen
    Lokale Infrastruktur für alle Generationen - Ergebnisse aus dem Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser
    Evangelisch-Lutherische Kirchenagende - Die Konfirmation
 

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Handbuch der Psychologischen Diagnostik (Reihe: Handbuch der Psychologie Bd. 4)


 

Regeln der Datenintegration - Methods of Data Integration (S. 383-384)

Manfred Schmitt & Tobias Gschwendner

Wenn Menschen im alltäglichen Leben wichtige Entscheidungen treffen, etwa eine Familie zu gründen oder den Beruf zu wechseln, berücksichtigen sie eine Vielzahl von Informationen und Überlegungen. Diese müssen gewichtet und integriert werden, damit klar wird, für welche der erwogenen Alternative insgesamt am meisten spricht. Entscheidungstheorien beschreiben die kognitiven und motivationalen Elemente solcher Prozesse mit dem Anspruch wissenschaftlicher Exaktheit. Rational Choice-Theorien nehmen beispielsweise an, dass Menschen für jede Alternative die Wahrscheinlichkeiten all ihrer Konsequenzen mit den Werten multiplizieren, die diese Konsequenzen haben, die so gebildeten Produkte aufsummieren und sich für die Alternative mit der höchsten Produktsumme entscheiden (Dawes & Corrigan, 1974). Ob wir tatsächlich in jedem Fall so vorgehen, kann im Moment dahingestellt bleiben. Wesentlich ist zunächst nur, dass Menschen Informationen integrieren müssen, wenn sie ein vernünftiges Urteil fällen und sich begründet entscheiden wollen.

Parallelen zwischen alltäglichen Entscheidungen und professioneller Diagnostik Professionelle Diagnostiker sind mit der gleichen Situation konfrontiert wie Laien im Alltag. Auch sie müssen eine Vielzahl von Informationen und Überlegungen zu einem Urteil oder einer Entscheidung verdichten:

• Welche Ursache haben die schlechten Schulleistungen (Schulpsychologe)?
• Ist die Zeugenaussage glaubhaft (Rechtspsychologe)?
• Wird die Klientin die Konfrontationstherapie abbrechen (Klinische Psychologin)?
• Ist der Körperbehinderte fähig, ein Kraftfahrzeug sicher zu führen (Verkehrspsychologin)?
• Wird der Straftäter rückfällig werden (Psychologe im Strafvollzug)?
• Ist die Bewerberin für die ausgeschriebene Stelle geeignet (Personalpsychologin)

Die Klärung solcher Fragen erfolgt in der Regel auf der Basis einer Menge von Daten. Beispielsweise wird die Personalpsychologin ihr Urteil auf Zeugnisse, die Berufserfahrung der Bewerberin, Testergebnisse und ihre Eindrücke aus einem Vorstellungsgespräch stützen (→ Berufseignungsdiagnostik). Die Regeln, die sie bei der Auswahl und Zusammenfassung solcher Informationen beachten sollte, sind Gegenstand dieses Kapitels. Dessen Struktur ergibt sich aus sechs prinzipiellen

Fragen:

1. Nach welchen Gesichtspunkten sollten diagnostische Daten erhoben werden?
2. Nach welchen Regeln sollte aus einer Fülle von Daten eine begrenzte Auswahl getroffen werden?
3. Nach welchen Regeln sollten Daten verknüpft werden?
4. Wann ist es sinnvoll, diagnostische Information gleichzeitig zu berücksichtigen, wann sollten sie sequenziell in die Urteilsbildung einfließen?
5. Wie sollten die diagnostischen Einzeldaten gewichtet werden?
6. Welche Typen richtiger und falscher Diagnosen gibt es und wie lassen sich derenWahrscheinlichkeiten bewerten und beeinflussen?

1 Auswahl diagnostischer Informationen

Diagnostische Daten müssen geeignet sein, die diagnostische Fragestellung bestmöglich zu klären. Außerdem sollten die Daten möglichst sparsam zu gewinnen sein. Während sich die Sparsamkeit der Datengewinnung relativ leicht bemessen lässt, etwa in der Anzahl von Stunden, die ein Diagnostiker aufwenden muss, ist die Beurteilung der Eignung diagnostischer Information schwieriger. Prinzipiell gibt es zwei Strategien, die sich idealer Weise ergänzen sollten. Erstens sollte sich die Information theoretisch begründen lassen. Zweitens sollte ihr diagnostischer Wert empirisch belegt sein.