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Leitfaden zur Erfassung des psychopathologischen Befundes. Halbstrukturiertes Interview anhand des AMDP-Systems

Leitfaden zur Erfassung des psychopathologischen Befundes. Halbstrukturiertes Interview anhand des AMDP-Systems

von: Erdmann Fähndrich, Rolf-Dieter Stieglitz

Hogrefe Verlag, 2006

ISBN: 9783840919305, 124 Seiten

3. Auflage

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 17,99 EUR

Ersparnis: 1,96 EUR

  • Inter- and intragenerational economic mobility - Germany in international comparison
    Islamisches Familienrecht - Methodologische Studien zum Recht malikitischer Schule in Vergangenheit und Gegenwart, Band 1
    Einführung in die Studiengangentwicklung
    Meer, du berührst meine Seele - Ein maritimes Lesebuch
    Kompetenzorientierung und Leistungspunkte in der Berufsbildung
    Die handlungsorientierte Ausbildung für Laborberufe / Prüfungsvorbereitung - Aufgaben und Lösungen
    Lehrerbildung in Gewerblich-Technischen Fachrichtungen
    Odem des Todes - Phantastik Anthologie
  • Lernen und Bildung Erwachsener
    Sherlock Holmes - Das ungelöste Rätsel
    Lippenstift und Motoröl - Eine Untersuchung zur Technologiekompetenz weiblicher Auszubildender am Beispiel der Kraftfahrzeugmechatronikerinnen
    Sherlock Holmes - Der verwunschene Schädel
    Moderne Berufsstrukturen in der Elektroindustrie - Der zweijährige Ausbildungsberuf Industrieelektriker/-in
    Beratungs- und Serviceangebote für die Nachqualifizierung - Instrumentarien, Methoden und Praxiserfahrungen
    Lokale Infrastruktur für alle Generationen - Ergebnisse aus dem Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser
    Evangelisch-Lutherische Kirchenagende - Die Konfirmation
 

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Leitfaden zur Erfassung des psychopathologischen Befundes. Halbstrukturiertes Interview anhand des AMDP-Systems


 

1 Psychopathologische Befunderhebung (S. 12-13)

1.1 Funktionen

Unter Psychopathologie versteht man nach Mombour (1996, S. 21) die Lehre von den krankhaften Veränderungen des Seelenlebens. Diese manifestieren sich als einzelne Symptome oder in komplexen Erlebens- und Verhaltensänderungen. Sie können in einem Zuviel oder Zuwenig der normalen seelischen Funktionen bestehen. Die einzelnen psychopathologischen Symptome lassen sich in zusammengehörige Merkmalsbereiche gruppieren. Im AMDP-System (AMDP, 2007) werden folgende Bereiche zu Grunde gelegt: Bewusstseinsstörungen, Orientierungsstörungen, Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen, formale Denkstörungen, Befürchtungen und Zwänge,Wahn, Sinnestäuschungen, Ich-Störungen, Störungen der Affektivität, Antriebs- und psychomotorische Störungen, circadiane Besonderheiten sowie eine Restgruppe, die mit Andere Störungen bezeichnet wird. Ergänzend dazu werden somatische Symptome auf einem eigenen Befundbogen dokumentiert.

Ziel von Psychopathologie ist es nach Hoff (1997), am Patienten beobachtbare oder explorierbare seelische Sachverhalte systematisch zu beschreiben, also ein reliables und valides Begriffssystem für z. B. depressive oder paranoide Zustände bereitzustellen. Dieses Vorgehen wird auch als so genannte deskriptive Psychopathologie bezeichnet (vgl. hierzu auch Hoff, 1995).

Mit der Erhebung eines psychopathologischen Befundes sollen all diejenigen psychischen Merkmale und Symptome erfasst werden, die für die Kennzeichnung der aktuellen psychischen Störung bedeutsam sind. Während die Psychopathologie den Querschnitt oder den Verlauf symptomatologisch bzw. syndromatologisch abbildet, sagt sie allein nichts Definitives über Ätiologie und Pathogenese der zu Grunde liegenden Störung aus (Freyberger et al., 2002; Stieglitz & Freyberger, 2004). Neben der Deskription des Störungsbildes hat der psychopathologische Befund weitere Funktionen. Er stellt den Ausgangspunkt für die Wahl therapeutischer Interventionen dar, hat aber auch eine evaluative Funktion, indem z. B. der Therapieverlauf und damit die Effektivität einer therapeutischen Intervention überprüft werden kann. Dies kann sowohl auf Symptomebene als auch auf Syndromebene erfolgen. Zudem dient die psychopathologische Befunderhebung auch als Grundlage für die Diagnosenstellung (vgl. hierzu auch Stieglitz et al., 1997). Ohne fundierte Kenntnisse psychopathologischer Begrifflichkeiten lassen sich keine zuverlässigen klinischen Diagnosen nach den aktuellen Klassifikationssystemen ICD-10 und DSM-IV stellen!

1.2 Psychiatrische Gesprächsführung

Eine gute psychiatrische Gesprächsführung ist eine notwendige Voraussetzung für eine reliable Erhebung des Psychopathologischen Befundes. Gerade für Anfänger in diesem Bereich ist dies oft schwierig. Daher muss die Schulung in psychiatrischer Gesprächsführung auch ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung in Psychopathologie sein. Es gibt keine generellen Strategien der Gesprächsführung und auch kein Patentrezept, jedoch einige allgemeine Regeln, die es zu berücksichtigen gilt (vgl. hierzu auch Othmer & Othmer, 1994; Dittmann, 1996; Stieglitz & Freyberger, 2002). Hierzu zählen u. a. Aufmerksamkeit, Zuwendung, auch das aktive und interessierte Zuhören, das bedingungsfreie Akzeptieren, eine freundlich-zugewandte Annahme der Äußerungen des Patienten sowie die Vermittlung von Hoffnung (vgl. auch Kapitel 3.3.2.2).