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"Die Geisteshaltung in der Kriegskunst (S.51)
Deine Geisteshaltung in der Kriegskunst darf sich von Deiner normalen Geisteshaltung nicht unterscheiden. Sowohl im Kampfe wie im alltäglichen Leben solltest Du entschlossen sein, wenngleich auch ruhig. Begegne der Situation ohne Anspannung und dennoch nicht nachlässig, Dein Geist gesetzt, aber in keine bevorzugte Richtung geneigt. Auch wenn Dein Geist ruhig ist, lass Deinen Körper nicht erschlaffen, und wenn Dein Körper entspannt ist, lass Deinen Geist nicht lasch werden. Lass Deinen Geist nicht durch Deinen Körper beeinflusst werden oder Deinen Körper durch Deinen Geist.
Sei weder ungenügend inspiriert noch überinspiriert. Ein überhöhter Geist ist schwach und ein niederer Geist ist schwach. Lass den Feind Deinen Geist nicht sehen. Kleine Leute müssen mit dem Geist großer Leute vollkommen vertraut sein und große Leute müssen mit dem Geist kleiner Leute vertraut sein. Welche Körpergröße Du auch haben magst, lass Dich nicht von den Reaktionen Deines eigenen Körpers verleiten.
Mit offenem Geist und nicht gedrängt betrachte die Dinge von einem höheren Standpunkt aus. Du musst Deine Weisheit und Deinen Geist kultivieren. Schärfe Deine Weisheit: Lerne öffentliches Recht, unterscheide zwischen Gut und Böse, studiere die Wege verschiedener Künste, einen nach dem anderen. Wenn Du durch Menschen nicht mehr getäuscht werden kannst, hast Du die Weisheit der Kriegskunst realisiert.
Die Weisheit der Kriegskunst ist einzig in ihrer Art: Auf dem Schlachtfeld, auch wenn noch so hart bedrängt, solltest Du ohne Unterlass die Prinzipien der Kriegskunst erforschen, damit Du einen ruhigen und beständigen Geist entwickeln kannst.
Die Körperhaltung in der KriegskunstNimm eine Körperhaltung ein, in der Du Deinen Kopf aufrecht hältst, weder herabhängend noch heraufblickend noch verdreht. Deine Stirn und der Bereich zwischen Deinen Augen sollten nicht in Falten gelegt sein. Rolle nicht mit den Augen und erlaube ihnen nicht zu blinzeln, aber verenge sie leicht. Deine Gesichtszüge ruhig und gefasst, halte Deine Nasenlinie gerade, mit dem Gefühl, leicht Deine Nasenflügel zu blähen. Halte Deinen Nacken gerade, lass Deine Kopfhaut mit dem Empfinden von Aktionsbereitschaft durchströmen, entsprechenden den Hals hinab durch die Schultern und durch den gesamten Körper.
Senke beide Schultern und, ohne die Gesäßbacken herauszustrecken, bringe aktionsbereite Kraft in Deine Beine, von den Knien bis in die Fußspitzen. Stabilisiere Deinen Unterleib, so dass Du nicht in der Hüfte wegknickst. Keile Dein Begleitschwert in Deinem Gürtel gegen den Unterleib ein, so dass Deine Taille nicht abschlafft – das wird „Einkeilen"" genannt. In allen Formen der Kriegskunst ist es notwendig, die Kampfhaltung im alltäglichen Leben aufrecht zu erhalten und Deine Alltagshaltung zu Deiner Kampfhaltung zu machen. Du musst dies gründlich erforschen.
Der Blick in der KriegskunstDer Blick sollte umfassend und weit sein. Dies ist der zweifaltige Blick: „Wahrnehmung und Sicht"". 21 Wahrnehmung ist stark und Sicht ist schwach.22 In der Kriegskunst ist es wichtig, entfernte Dinge zu sehen, als seien sie nah, und einen distanzierten Blick für nahe Angelegenheiten zu entwickeln. Es ist wichtig in der Kriegskunst, des Feindes Schwert zu kennen und nicht durch unwichtige Bewegungen seines Schwertes abgelenkt zu werden. Du musst dies studieren. Der Blick ist im Kampf Mann-gegen-Mann derselbe wie in großräumigen Schlachten."
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