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Die gelungene IR-Site
Ein gut gemachtes und erfolgreiches IR-Angebot hält für alle Mitglieder der bunt gemischten Financial Community die passenden Informationen und Services bereit.
Fallbeispiel
Carsten Liedtke, Senior Manager Investor Relations bei der RWE AG, berichtet dazu aus der Praxis:
»Wir müssen uns mit unserer IR-Site auf sehr unterschiedliche Bedürfnisse einstellen. Der 78-jährige RWE-Pensionär klickt gern einmal nach links und rechts, surft einmal hierhin und dorthin. Sein Interesse am Unternehmen ist wahrscheinlich nicht nur geschäftlicher, sondern auch privater Natur. Ihn interessiert nicht nur die Aktie. Unter Umständen ist er mit der Technik auch noch nicht so vertraut – und deshalb auf eine besonders gute Benutzerführung angewiesen. Der Analyst hingegen will sofort, also ohne Zeitverzögerung und ohne Umschweife, die harten Fakten finden. Die versuchen wir ihm deshalb mit wenigen Klicks bereitzustellen.Wir müssen uns also an jeder Stelle fragen, wo wir welche Informationstiefe anbieten und welche Wege die Interessenten dorthin führen.«
Praxis-Tipp:
Die große Heterogenität der Financial Community verlangt Ihrem Internetangebot Vielschichtigkeit ab. Prüfen Sie am besten jede einzelne Rubrik und jeden einzelnen Service Ihrer Unternehmenssite auf seine Zielgruppenfreundlichkeit:
• Spricht der Online-Geschäftsbericht Ihre privaten Anleger ebenso an wie die professionellen Analysten?
• Mit welchen Erwartungen und technischen Möglichkeiten recherchieren wohl Finanzjournalisten auf der Website Ihres Unternehmens?
• Sind die von Ihnen angebotenen Dateiformate wirklich für alle Mitglieder der Financial Community brauchbar?
• Welchen Zusatznutzen könnten Sie institutionellen Investoren bei der Zusammenfassung der jüngsten Hauptversammlung im Netz noch bieten?
Pflichtinhalte:
Die folgende, alphabetisch geordnete Übersicht ist nur eine Empfehlung. Sie zeigt aber, welche Inhalte man in jedem Fall auf seiner Website anbieten sollte, weil sie zum Basis-Rüstzeug für eine Unternehmens- beziehungsweise Aktienanalyse gehören.
• Ad-hoc-Mitteilungen
Die schnelle E-Mail-Kommunikation eignet sich hervorragend zur Versendung von Ad-hoc-Mitteilungen.
Alle Anleger wollen gern auf diese Weise mit Bekanntmachungen zu kursrelevanten Ereignissen versorgt
werden. Allerdings wird die zunehmende Flut solcher Meldungen in den Finanzredaktionen inzwischen auch
als lästig empfunden. Versenden Sie eine Ad-hoc-Mitteilungen also möglichst nur dann, wenn ein wirklich
neues Ereignis Investoren veranlassen könnte, Ihre Aktie zu kaufen oder zu verkaufen.
• Aktuelle Pressemitteilungen
Mit der gezielten Verbreitung von Pressemitteilungen zu finanzpolitischen Themen und Ereignissen stellen Sie
die für Ihr Unternehmen größtmögliche Publizität her. Versenden Sie aber auch hier nur Pressemeldungen,
die das Interesse der Financial Community gezielt treffen und auch Neuigkeitswert haben.
• Archiv
• Bilanzpressekonferenz
• Call-back-Button
Anlegern, die über diese Einrichtung per E-Mail mit Ihnen in Kontakt treten wollen, sollten Sie unbedingt
binnen 24 Stunden antworten.
• FAQ-Liste
Eine solche Liste mit den am häufigsten von den Anlegern gestellten Fragen und den entsprechenden
Antworten dazu erleichtert Ihrem IRTeam die Arbeit. Vor allem Privatanleger haben hier die Gelegenheit,
sich mit finanzspezifische Basics vertraut zu machen. In der FAQ-Liste der DaimlerChrysler-Site werden
sogar komplexe Themen wie die Besteuerung von Dividenden verständlich auf den Punkt gebracht.
• Geschäftsbericht
Rolf E. Breuer, Vorstandssprecher der Deutsche Bank AG, erklärt hierzu: »Der Geschäftsbericht ist für uns
das wesentliche Instrument im Wettbewerb um Kapital, Kunden und Mitarbeiter und – last but not least –
unser Ansehen in der Öffentlichkeit.«
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