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Jürgen Habermas

Jürgen Habermas

von: Walter Reese-Schäfer

Campus Verlag, 2001

ISBN: 9783593400204, 197 Seiten

3. Auflage

Format: ePUB, PDF, OL

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Bookeen Cybook Orizon,Ectaco Lite,Odys Media Book Scala,Aluratek Libre,eLyricon EBX-500.TFT,PocketBook 302,IREX Digital Reader,FlatReader,BeBook 'One',iRiver Story,Sony Reader PRS-3xx,Bookeen CyBook Opus,Hanvon/Hexaglot N518,PocketBook 301+,COOL-ER eReader,Inves-Book 600,eLyricon EBX-600.E-Ink, Bookeen CyBook Gen3 ab Rev: 1.9,Italica Reader,Sony Reader PRS-505, -6xx, -7xx,Pocketbook 360,Hanvon N516 Weltbild Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 10,99 EUR

Ersparnis: 1,91 EUR

  • Elfenkind
    Herbst - Läuterung
    Den Himmel gibt´s echt
    Herbst - Zerfall
    Der Bankräuber
    Bleib cool, Papa
    Du gibst das Leben
    Mein Herz kennt die Antwort
  • Kopfschuss
    Die Zehn Gebote
    Das Feenorakel
    Zeit der Vergebung
    Alphavampir
    Der Geschmack des Wassers
    Succubus Shadows
    Hurentaten
 

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Jürgen Habermas


 

4 Die Diskursethik (S. 70-71)

»Je mehr Diskurs, um so mehrWiderspruch und Differenz.« (ND 180)

Die Diskursethik versucht, der Ethik ein rationales Fundament durch die Überlegung zu geben, dass die Reflexion auf die Voraussetzungen zwischenmenschlicher Kommunikation es ermöglicht, die wirklich unverzichtbaren Moralprinzipien zu identifizieren, die jedem menschlichen Zusammenleben zugrunde liegen müssen: die Anerkennung des Anderen, die Gewaltfreiheit der Kommunikation und die Bereitschaft zur Problemlösung und Normenbegründung durch freie und gleiche Diskurse. So kann eine nichtmetaphysische, diesseitige Ethik begründet werden, die geeignet ist für eine Denksituation, in der nur noch sehr naive Menschen auf unscharfe Wertintuitionen oder auf jenseitige Verankerungen zurückzugreifen vermögen.

4.1 Eine fast unbekannte Quelle: George Herbert Mead

Traditionelle, vormoderne Werte, Normen und Lebensstile lösen sich mehr und mehr auf. Man wächst nicht mehr einfach in eine soziale Identität hinein, sondern muss sie sich auf eigenen Wegen suchen und stabilisieren. »Die Existenzform des Alleinstehenden [. . .] ist das Urbild der durchgesetzten Arbeitsmarktgesellschaft. « Die Gesellschaftsentwicklung führt in die Vereinzelung. »Die Negation sozialer Bindungen, die in der Marktlogik zur Geltung kommt, beginnt in ihrem fortgeschrittensten Stadium auch die Voraussetzungen dauerhafter Zweisamkeit aufzulösen.« Dieser Befund des Soziologen Ulrich Beck hat bei Habermas eine Irritation ausgelöst.

Er fragt sich, ob der empirische Befund der »Versingelung« unserer Gesellschaft wirklich Vereinzelung auch im philosophischen Sinn bedeutet. Seine Antwort: Das Ich hat immer schon einen intersubjektiven Kein, weil es sich nur in der Kommunikation mit anderen bilden kann. Die Individualisierung vergesellschafteter Subjekte ist zweideutig: Die alten Bindungen müssen zwar zusammenbrechen, andererseits war dies aber die Voraussetzung dafür, dass überhaupt selbstbewusste Einzelne sich herausbilden konnten. Neue Arten sozialer Bindungen müssten allerdings dann als »Eigenleistung der Individuen« (ND 238) gedacht werden.

Dazu reicht die Subjektphilosophie nicht aus, die das Ich nur als Zentrum einer klugen, egozentrischen und interessengesteuertenWahl zwischen Handlungsmöglichkeiten deutet. Es bedarf einer postkonventionellen Ich-Identität. Diese ist der Kern von Habermas’ Persönlichkeitstheorie. Die selbstgewählte Ich-Identität beschreibt er in Begriffen der Existenzphilosophie, vor allem Kierkegaards. Dessen Idee der Selbstwahl, dass man sich durch die Entscheidung, die Verantwortung für die eigene Lebensgeschichte zu übernehmen, zu dem macht, was man ist, ist Habermas’ Denken sehr verwandt.