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1 Allgemeine Sprachkonzepte (S. 10-11)
Dieses erste Kapitel gewährt einen Einblick in die Entstehung der Sprache C#. Es werden die Hintergründe erläutert, die Vorteile aufgezeigt und die Verbindungen zum .NET Framework hergestellt. Den Abschluss bildet eine kurze Einführung in den grundlegenden Programmaufbau sowie eine Übersicht über die in C# 2.0 neu hinzugekommenen Features.
1.1 Einführung und Geschichte
Die Programmiersprache C# (sprich: »C Sharp«) ist noch relativ jung. Die Entwicklung begann im Dezember 1998. Im Jahr 2000 wurde C# erstmals der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Mit C# 2.0 steht seit Ende 2005 die zweite, stark erweiterte Version zur Verfügung.
1.1.1 C#
Obwohl es C# erst wenige Jahre gibt, hat sich die Sprache schnell auf breiter Ebene durchgesetzt. Sie wird heute von hunderttausenden Entwicklern weltweit erfolgreich für die Erstellung unterschiedlichster Anwendungen eingesetzt. Primäres Ziel war die Entwicklung einer modernen, leicht zu erlernenden, objektorientierten, typsicheren und robusten Sprache. Für das Design von C# zeichnen sich Anders Hejlsberg, Scott Wiltamuth und Peter Golde verantwortlich. Anders Hejlsberg war früher für die Entwicklung von Turbo-/Object-Pascal und Delphi bei der Firma Borland (Inprise) zuständig. Wenn Sie mit Delphi vertraut sind, wird Ihnen in C# das eine oder andere sicher bekannt vorkommen. Mehr Gemeinsamkeiten weist C# aber mit den Sprachen Java und C/ C++ auf. Das C im Namen kommt nicht von ungefähr. C# hat bewusst Anleihen bei bekannten, etablierten Sprachen gemacht und diese um neue Ideen ergänzt. Wenn Sie bereits mit C oder Java gearbeitet haben, werden Sie sich schnell in der Syntax von C# zurechtfinden. Die Sprache sollte schließlich einfach zu erlernen sein.
C# ist untrennbar mit dem .NET Framework (sprich: »dotnet«) verbunden. Unter .NET steht eine Vielzahl unterschiedlicher Programmiersprachen zur Verfügung. Ohne Übertreibung kann C# aber als die Sprache des .NET Frameworks bezeichnet werden. Als neu entwickelte Sprache gab es keine Altlasten zu berücksichtigen und C# konnte perfekt auf .NET abgestimmt werden. C# selbst ist eine eher schlanke Sprache. Sie kommt mit rund 80 Schlüsselwörtern aus (->, A.1). C# ist durchgängig objektorientiert. Alles, einschließlich der Grunddatentypen, ist in C# ein Objekt und alles spielt sich in Klassen ab. Es gibt keine globalen Konstanten, Typen oder Codeblöcke, die außerhalb von Klassen stehen. Auf komplexe und fehleranfällige Konstrukte wurde bewusst verzichtet. So gibt es im Gegensatz zu C++ keine Mehrfachvererbung, dafür wird das aus Java bekannte Schnittstellenkonzept unterstützt. Im Gegensatz zu Java ist der Umgang mit Zeigern zwar erlaubt, aber nur selten notwendig und erfordert explizit als unsicher gekennzeichnete Blöcke. C# ist eine streng typisierte Sprache, verfügt über eine automatische Speicherverwaltung und bietet eine strukturierte Fehlerbehandlung. Alles in allem sind dies also beste Voraussetzungen für die Erstellung robuster und zuverlässiger Anwendungen. Wenn Sie dieses Buch in Ihren Händen halten, muss ich Sie wahrscheinlich kaum noch von den Vorzügen der Sprache überzeugen. Falls doch, sei an dieser Stelle ruhig einmal erwähnt, dass die Entwicklung mit C# einfach Spaß macht. Und ein wenig Spaß haben wir uns doch alle verdient, egal ob Programmieren Ihr Hobby oder Ihr Beruf ist.
1.1.2 Das .NET Framework
Das .NET Framework wird zur Ausführung von Anwendungen benötigt, die mit C# oder anderen .NET-kompatiblen Sprachen erstellt wurden. Es besteht aus zwei Teilen:
- der gemeinsamen Laufzeitumgebung (Common Language Runtime, CLR)
- der Klassenbibliothek (Framework Class Library, FCL)
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