2 Welchen Compiler sollten Sie verwenden? (S. 29-30)
Bevor Sie Ihr erstes Programm schreiben, werden wir zunächst auf die Frage der benötigten Software eingehen. Einerseits ist natürlich auch die Wahl des Compilers, wie vieles andere, eine Frage des persönlichen Geschmacks. Auf der anderen Seite spielt es eine Rolle, ob Sie bereits Programmiererfahrung – in C++ oder möglicherweise in einer anderen Programmiersprache – mitbringen. Gerade wenn Sie zu den Programmiereinsteigern gehören, sollten Sie besonders darauf achten, dass der Compiler, den Sie verwenden, den ANSI/ISO-C++-Sprachstandard in vollem Umfang unterstützt.
Des Weiteren rate ich Ihnen in diesem Fall, fürs Erste einen einfachen Kommandozeilen-Compiler zu verwenden. Natürlich bietet eine aufwändige Entwicklungsumgebung wie z.B. das Visual Studio von Microsoft viele Vorteile. Diese werden Sie aber erst richtig nutzen können, wenn Sie schon einiges Verständnis und Erfahrung in der Programmierung besitzen. Dem Anfänger wird die Komplexität einer modernen IDE jedoch eher zum Nachteil gereichen.
2.1 Borland C++-Compiler
Lesern, die unter einem Windows-Betriebssystem arbeiten, sei die Kommandozeilen- Version des C++-Compilers von Borland empfohlen. Sie finden ihn in der zur Zeit der Drucklegung aktuellen Version 5.5.1 auf der Buch-CD im Verzeichnis Borland-Compiler (Dateiname: freecommandLinetools.exe). Ansonsten können Sie den C++-Compiler über die Website http://www.codegear.com – klicken Sie hierzu auf den Link DOWNLOADS, dann auf C++BUILDER und anschließend auf COMPILER – oder gleich unter http://www.code gear.com/tabid/139/Default.aspx, Link COMPILER, kostenlos herunterladen. Der Kommandozeilen- Compiler von Borland ist zuverlässig und leistungsfähig. Außerdem unterstützt er den ANSI/ISO-C++-Sprachstandard in vollem Umfang. Die Installation wird weiter unten beschrieben. Insbesondere werden wir die einzelnen Schritte aufzeigen, die für das Übersetzen unseres ersten Programms speziell mit diesem Compiler nötig sind.
Für Leser, die mit einem anderen Compiler arbeiten, ist es leider unerlässlich, sich mit dessen Bedienung bis zu einem gewissen Grad selbständig vertraut zu machen. Bemühen Sie gegebenenfalls die Dokumentation Ihres Compilers. Damit sich diese Lesergruppe nicht benachteiligt fühlt, sei noch einmal vermerkt, dass der Fokus dieses Buches auf dem Erlernen der Programmiersprache C++ liegt, nicht auf der Beschreibung einer bestimmten IDE. Zudem sind die Anleitungen, die Sie in Kapitel 4 im Zusammenhang mit unserem ersten Programm in Bezug auf den Borland-Compiler erhalten, mehr oder weniger auch auf andere Compiler anwendbar. Mit Beginn des zweiten Teils wird eine gewisse Vertrautheit mit der von Ihnen verwendeten Software vorausgesetzt, sodass in dieser Hinsicht alle Leser gleich behandelt werden.
Im Übrigen ist es nicht immer zwingend notwendig, dass Sie am Computer sitzen, wenn Sie dieses Buch lesen (manche Leser mögen dies generell als unangenehm empfinden). Die meisten Beispiele sollten Sie auch ohne direkten Rechnerkontakt gut verstehen können. Praktische Übung empfiehlt sich natürlich in jedem Fall.
2.2 Wie finde ich einen passenden Compiler?
Diese Frage stellt sich natürlich nur, wenn Sie nicht mit dem oben genannten Borland- Compiler arbeiten können oder aus einem bestimmten Grund nicht wollen. Leider ist der Borland C++-Compiler nicht für Linux-Betriebssysteme verfügbar. In aller Regel ist jedoch dort ein C++-Kommandozeilen-Compiler (GCC) bereits vorinstalliert, sodass Sie diesen verwenden können. Er gewährleistet ebenfalls eine ausreichende Unterstützung des ANSI/ISO-C++-Sprachstandards. Im Zuge der Ausführungen zu unserem ersten Programm werden wir auch zum GCC-Compiler einige Hinweise geben.
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