1 .NET-Grundlagen (S. 19)
Wer mit Microsoft Visual C# 2005 (nachfolgend als Visual C# bezeichnet) entwickelt, sollte zumindest einige Grundbegriffe und Grundlagen aus dem .NET-Umfeld kennen. Dieses Kapitel stellt das Konzept von .NET kurz vor und zeigt, welche Entwicklungsumgebungen verfügbar sind. Einsteiger sollten zumindest die ersten Abschnitte dieses Kapitels durchlesen, um eine ungefähre Idee von der .NET-Architektur zu erhalten.
1.1 .NET – was ist das?
Die in Visual Studio 2005 enthaltenen Programmiersprachen setzen auf Microsoft .NET (als »Dot Net« ausgesprochen) auf. Aber was hat es mit .NET und den im Umfeld benutzten Begriffen auf sich? Bei Microsoft .NET handelt es sich um eine Plattform, die die notwendigen Werkzeuge und Technologien bereitstellt, um Anwendungen für Microsoft Windows und andere Plattformen wie mobile Geräte (Handys, PDAs etc.) oder Web-Server zu entwickeln. Diese Anwendungen erlauben die Kommunikation mit vielen (entsprechend ausgerüsteten) Geräten wie Windows-Rechnern, Handys, PDAs etc. Letztendlich bildet Microsoft .NET eine Architektur, die sich aus verschiedenen Bausteinen zusammensetzt.
Visual Studio 2005 ist dabei die neueste Microsoft-Entwicklerplattform, mit der sich Anwendungen in verschiedenen Sprachen (Visual Basic, Visual C#, C++ etc.) erstellen lassen. Visual Studio 2005 stellt dabei eine recht mächtige Entwicklungsumgebung dar, die von der Erstellung des Quellcodes über das Testen des Codes über die Anbindung an Datenbanken bis hin zur Erstellung von Anwendungspaketen alle Schritte unterstützt. Auf die Details komme ich weiter unten noch zurück.
.NET Framework stellt die Laufzeitumgebung für .NET-Anwendungen bereit und enthält eine sprachenunabhängige Klassenbibliothek. Diese Laufzeitumgebung sowie die Bibliothek wird Sie beim Programmieren in Microsoft Visual C# 2005 auf Schritt und Tritt begleiten. Allerdings wurde die Konzeption der .NET-Architektur nicht ausschließlich auf Windows abgestimmt. Sofern die betreffenden Clients verfügbar sind, können .NET-Anwendungen auf weiteren Geräten wie der XBox, auf Mobiltelefonen, auf PDAs etc. laufen. Microsoft entwickelt für die unterschiedlichen Geräte entsprechende Clients (z.B. .NET Framework für Windows, .NET Compact Framework als Untermenge des .NET Framework für Embedded Windows XP etc.).
Zusätzlich umfasst die .NET-Architektur noch Funktionen zur Entwicklung von Web Services, die auf entsprechenden Servern als Softwarekomponenten bereitgestellt werden. Bei den Web Services handelt es sich um Software-Module, deren Funktionen sich über Internet, Intranet etc. mittels Standards (wie XML etc.) ansprechen bzw. Die obige Aufstellung zeigt Ihnen, dass .NET eine komplexe Sammlung an Technologien ist, die unter einer gemeinsamen Architektur vereint wurden. In diesem Buch wird sich aber darauf beschränkt, Microsoft .NET zu nutzen, um Anwendungen für Windows unter Visual C# zu entwickeln.
1.2 Das .NET Framework
Das .NET Framework (Framework lässt sich als Rahmenwerk übersetzen) stellt die Infrastruktur für .NET-Anwendungen bereit (Abbildung 1.1).
Hinweis
Microsoft strebt mit .NET an, für die eigenen Plattformen eine Alternative zu Java zu schaffen. Ziel bei der Konzeption von .NET war zudem, die sich abzeichnenden Nachteile der bisherigen ActiveX- und COM-Architektur zu vermeiden. So benötigen auf COM basierende Windows-Anwendungen häufig DLLs und müssen sich bei der Installation im Betriebssystem registrieren.
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