KAPITEL 3 Erster Kontakt (S. 37)
Um sich nach der Installation mit dem GWT und seinen Möglichkeiten vertraut zu machen, gibt es neben dem Testen der Beispielapplikationen wohl nichts Besseres, als mit den Quelltexten zu experimentieren und erste einfache Applikationen zu erstellen.
3.1 Modifikation vorhandener Beispiele
Wie schon im letzten Kapitel erwähnt, enthält der Installationsordner des GWT im Unterverzeichnis samples eine ganze Reihe von Beispielapplikationen in jeweils eigenen Verzeichnissen. In deren Unterverzeichnis src befindet sich dabei wiederum jeweils der Quellcode für die spezifischen Beispiele. Die Beispiele bestehen aus einigen XML- und HTML-Dateien sowie statischen Ressourcen und normalem Java-Quellcode, den sie im Grunde in jedem beliebigen Texteditor öffnen und modifizieren können.
Das funktioniert selbstverständlich auch mit den Beispieldateien, die mit dem GWT bereits mitgeliefert werden. Die Quellcodes sind in die allgemein üblichen Paketstrukturen eingebettet (s.u.). Das Paket client enthält dabei nach den offiziellen Google-Projektregeln immer den Java-Code zur Erzeugung der clientseitigen Strukturen der Ajax-Applikation.
Wenn Sie das Beispiel Hello öffnen und die Datei Hello.java in einen Editor laden, sollten Sie sich mit einigen Java-Grundkenntnissen sofort zurechtfinden. Auch wenn wir an dieser Stelle die Details noch nicht tiefer beleuchten, ist sicherlich klar, was die Methode onModuleLoad() macht. Der Name ist Programm ,-)! Wenn das Modul geladen wird, wird der darin notierte Code ausgeführt. Es ist nun mit etwas Java-Erfahrung eine einfache Übung, in der Methode zu erkennen, dass eine Schaltfläche mit einer bestimmten Beschriftung generiert wird.
Sie können die Beschriftung auch ohne Kenntnisse der Details des GWT jederzeit ändern und auch wohl ohne Schwierigkeiten nachvollziehen, was mit Window. alert() gemacht wird, wenn Sie entweder die Beispielapplikation ausprobiert haben oder über wenige grundlegende Java- Script-Kenntnisse verfügen. Um die Änderungen wirksam werden zu lassen, brauchen Sie nichts weiter zu tun, als die Beispielapplikation nach dem Speichern erneut im Hosted-Modus laufen zu lassen. Sie können sie natürlich ebenso vollständig übersetzen und dann im Webmodus ausführen.
Hinweis
Obwohl die anderen Beispielapplikationen nicht ganz so primitiv sind, dürfte ein Anpassen des Java-Quelltextes kaum unüberwindbare Hindernisse beinhalten. Die GWT-Details werden zudem sukzessive in diesem Buch besprochen.
3.2 Die GWT-Architektur
Das GWT besteht aus vier Hauptkomponenten – dem schon angesprochenen Java-to-JavaScript-Compiler, dem ebenfalls schon erwähnten „hosted" Webbrowser sowie zwei Java-Klassenbibliotheken:
Die JRE-Emulationsbibliothek stellt JavaScript-Implementierungen der meistgenutzten Klassen der Java-Standardklassenbibliothek zur Verfügung. Dies umfasst die meisten Klassen des Pakets java.lang und einen Teil der Klassen in dem Paket java.util. Der Rest der Java-Standardklassenbibliothek wird in der vorliegenden Version des GWT nicht nativ im GWT unterstützt.
Die GW- Web-UI-Klassenbibliothek stellt einen Satz an konfigurierbaren Schnittstellen und Klassen zur Verfügung, über den Sie Webbrowser-Widgets erstellen können. Dies sind beispielsweise Schaltflächen, Eingabefelder, Bilder etc. Dies ist der Kern des GWT zur Erstellung von Benutzerschnittstellen. Der gesamte Quellcode wird dabei mit ausgeliefert und steht unter einer Open-Source-Lizenz.
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