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Armee der Schatten (Band Nummer 2440)
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Armee der Schatten (Band Nummer 2440)
von: Leo Lukas
Pabel-Moewig Verlag, 2008
 
Format: PDF, EPUB, PDF
geeignet für: PC, MAC, Laptop  Bookeen CyBook Gen3 ab Rev: 1.9, Bookeen CyBook Opus, COOL-ER eReader, Hanvon N518, Inves-Book 600, Sony Reader PRS-300, Sony Reader PRS-505, -600, -700 Online-Lesen



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Kapitelübersicht
Kurzinformation
Inhaltsverzeichnis
Leseprobe
Blick ins Buch
Fragen zum eBook?
50 Seiten
Download: 1503 KB
ISBN: PR2440BOOK
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Leseprobe

Prolog (S. 4-5)

Pfui, Narbengesicht!
3. September 1346 NGZ
Sitzt du gut auf deinem Thron, Ronald Tekener?


Weich gepolstert ist er ja, der Sessel des Expeditionsleiters, in dem du lässig ruhst, erhaben, abgehoben, mehrere Meter hoch über dem Bodenniveau der Hauptleitzentrale. Der Schalensitz passt sich deiner Figur perfekt an – grade so biegsam und gefügig, wie auchdu dich den neuen Herren der SOL anpasst und unterwirfst.

Hast du’s bequem, Ronald Tekener?

Nach deiner Körpersprache zu schließen, scheint dich nicht zu bekümmern, was ringsherum vorgeht. Du wirkst entspannt, ungerührt; bewegungslos liegen die Unterarme auf den Lehnen.

Nur dein rechter Zeigefi nger klopft einen langsamen Rhythmus, wieder und immer wieder: Tap-tap ... tap-tap ... tap-tap ...

*

Dein Gesicht ist maskenhaft starr. Du zeigst deine Gefühle nicht, niemandem. Aber wie sieht es tief in dir drinnen aus, Tekener?

Lässt es dich tatsächlich kalt, dass du nach Dao-Lin-H’ay, deiner Lebensgefährtin für mehr als ein Jahrhundert, nun auch dein Schiff eingebüßt hast? Und zwar nicht irgendein Schiff, sondern die SOL?

In knapp drei Wochen, am 22. September, wird sich der Tag der Schande zum ersten Mal jähren: der Tag, an dem das legendäre Fernraumschiff der Menschheit vom Feind eingefangen und aufgebracht wurde. Der Tag, an dem die SOL der Terminalen Kolonne TRAITOR in die Hände fiel.

Tap-tap ... tap-tap ...

Kirmizz, der designierte Pilot des Chaotenders VULTAPHER, hatte euch eine Falle gestellt, und prompt seid ihr hineingetappt. Dass er, dank seiner Psi-Gabe der Mental- Dislokation, über Millionen Kilometer hinweg eine Vielzahl von Bewusstseinen zu unterjochen und kontrollieren vermag, konntest du nicht wissen.

Aber trifft dich nicht trotzdem ein gewisses Maß an Mitschuld? Du hast keineswegs leichtfertig gehandelt, oh nein; jedoch hättest du sicherlich noch vorsichtiger sein können, noch abgefeimter, noch ausgefuchster.

Immerhin sagt man dir genau diese Eigenschaften nach, nicht wahr, »Smiler«?

Darf sich ein biologisch unsterblicher Zellaktivatorträger mit über zweieinhalb Jahrtausenden Lebenserfahrung derart übertölpeln lassen? Oder ist nicht dieses Versagen, diese totale und daher besonders bittere Niederlage der endgültige Beweis dafür, dass dein Charisma dahinschwindet? Dass deine Führungsstärke erlahmt, dein Glück dich verlässt, so, wie dich Dao-Lin verlassen hat?

Tap-tap ... tap-tap ...

Schockierend mühelos nahm Kirmizz sich die SOL, praktisch ohne Gegenwehr, binnen weniger Minuten des 22. September 1345 NGZ. Seither,seit fast einem Bordjahr, gehört der goldene Hantelraumer den Mächten des Chaos.

Die meiste Zeit davon hat Kirmizz die SOL als eine Art Privatjacht benützt und mit ihr eine ausgedehnte Rundreise durch die Galaxis Hangay absolviert. Er wollte sich mit eigenen Augen einen Eindruck vom Entwicklungsstand der künftigen Negasphäre verschaffen. Mehrere Proto-Chaotische Zellen habt ihr angefl ogen; desgleichen beide Grenzwälle, sowohl den äußeren als auch jenen nach innen, zur Kernzone hin, zu welcher der Zutritt sogar dem Piloten der Chaotarchen verwehrt blieb.

Was Kirmizz alles andere als amüsierte ...

Man kann nicht sagen, dass diesegalaktische Tour nicht auch der terranischen Expedition beträchtlichenErkenntnisgewinn gebracht hätte. Beispielsweise studiertet ihr die Auswirkungen Entropischer Zyklone.

Und gemeinsam, zu zweit, nur du, Tek, und das mit überragenden, übermenschlichen, buchstäblich mörderi-schen Fähigkeiten ausgestattete Kunstwesen, besuchtet ihr MINATERG, das bereits fertig montierte Herz des projektierten Chaotenders VULTAPHER! Ein außergewöhnlich interessantes Erlebnis, gewiss. Aber war es wert, sich dafür knechten zu lassen, Ronald Tekener? Knie und Nacken zu beugen, sich den Schergen des Chaos auszuliefern, ja regelrecht anzubiedern?



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