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Tage der Angst: Die Entscheidung für Tare-Scharm – riesige Raumflotten ziehen ins Gefecht (Band Nummer 2448)
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Tage der Angst: Die Entscheidung für Tare-Scharm – riesige Raumflotten ziehen ins Gefecht (Band Nummer 2448)
von: Hubert Haensel
Pabel-Moewig Verlag, 2008
 
Format: PDF, EPUB, PDF
geeignet für: PC, MAC, Laptop  Bookeen CyBook Gen3 ab Rev: 1.9, Bookeen CyBook Opus, COOL-ER eReader, Hanvon N518, Inves-Book 600, Sony Reader PRS-300, Sony Reader PRS-505, -600, -700 Online-Lesen



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Inhaltsverzeichnis
Leseprobe
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51 Seiten
Download: 1161 KB
ISBN: PR2448BOOK
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Leseprobe

2. (S. 13-14)

Ein Schwarm Windvögel schraubte sich vor den düsteren Abendwolken in schwindelnde Höhe. Tausende waren es, deren Flügelschlag die Melodie des Abends sang. Ki-Myo hielt vorübergehend inne und gab sich der lockenden Sehnsucht hin, mit den Windvögeln zu ziehen. Stunde für Stunde, Tag für Tag folgten sie der sinkenden Sonne mit der unermüdlichen Leichtigkeit eines Gedankens.

Niemals endete ihr Flug, nie hatten Aeganer auch nur einen toten Windvogel gefunden. Und niemand würde es jemals wagen, diesen Tieren nachzustellen oder nur einen einzigen Vogel einzufangen.

Ki-Myo fröstelte. Diese Kälte kam aus ihm selbst, weil die Hitze seiner Jugend längst erloschen war und das Blut gemächlicher durch die Adern pulsierte.

Der Schwarm stand für wenige Augenblicke vor der sinkenden Sonnenscheibe, verschmolz scheinbar zu einem zitternden Fleck vor dem türkisfarbenen Hintergrund, und schon Sekunden später war da nichts mehr – als hätte eine andere Welt die Windvögel verschluckt.

Stille breitete sich aus.

Ki-Myo bebte. Er ahnte, dass sein Leben bald enden und sein Geist den Vögeln folgen würde, dem immerwährenden Licht entgegen in eine Welt, die weder Gebrechen noch Schmerzen kannte. Geronnenes Licht, das mit dem Ende der körperlichen Existenz wieder frei wurde und den Windvögeln gleich eine rastlose Wanderung begann. Auf gewisse Weise freute er sich darauf, wenngleich er auch Wehmut spürte, alles Bekannte zurücklassen zu müssen.

Zögernd wandte er sich um.

Er spürte den Schmerz wieder, den er nie für lange Zeit einzudämmen vermochte. Seine morschen Knochen rieben aneinander und die Muskeln trugen die Last des Körpers nur mühsam, weil er sie nicht mehr wie früher trainieren konnte.

Mit einer letzten Eruption blendender Helligkeit versank die Sonne hinter dem Horizont. Einige wenige Jahre noch ..., sagte Ki-Myo zu sich selbst und schwieg bitter. Quälend wurde ihm bewusst, dass er es in all den Jahrhunderten seines bewegten Lebens versäumt hatte, für Nachwuchs zu sorgen.

»Tare-Scharm!« Wie eine Verwünschung stieß er den Namen aus. Die Proto-Negasphäre hatte sein Leben in extreme Bahnen gelenkt, die ihm nie behagt hatten. Diese Zeit war nicht schön.

Er löste sich von der beginnenden Nacht und ging den Weg zurück, auf dem er den Aussichtspunkt erreicht hatte. Vor ihm erstreckte sich die weite Natur seiner Heimat, das Land, auf dem er geboren worden und dem er trotzdem über Jahrhunderte hinweg ferngeblieben war.

Jeder Schritt fi el ihm schwerer als der vorangegangene. Seine Beine schmerzten. Mühsam schleppten sie den schwankenden Körper über die hügelige Blütenebene. Hartnäckig und verbissen, wie er sein Leben bewältigt hatte, ignorierte Ki-Myo die Hilfsmittel, die ihm das Altern erleichtern sollten. Weil er nicht wahrhaben wollte, dass er bald auf Hilfe angewiesen sein würde. Er hatte Generationen kommen und gehen gesehen, und viele waren vor ihm gestorben, aber nunmehr war auch seine Zeit gekommen ... Noch einmal spürte er den Wind auf der Haut, atmete den Duft dieses Landes, den er nie aus der Erinnerung verloren hatte. Sein Blick wanderte hinauf zu den beiden großen Monden ...

Ein schrilles, durchdringendes Geräusch zerriss die Nacht, und seine Sehnsucht und holte ihn in die kalte Wirklichkeit zurück. Ki-Myo fragte sich in dem Moment, ob er jemals die riesigen Schwärme der Windvögel wiedersehen würde, die ihren Flug nie beendeten. Ruckartig erhob er sich aus dem Kommandantensessel. Indem er ärgerlich die Hände zusammenpresste, schüttelte er den Rest der benommen machenden Müdigkeit von sich ab. Wachträume wie eben erlebte er häufi ger, ein Zeichen seiner zunehmenden Erschöpfung. Ortungsalarm!



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