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Lachen macht stark - Humorstrategien

von: Helmut Bachmeier

Wallstein Verlag, 2012

ISBN: 9783835320185 , 156 Seiten

Format: PDF, OL

Kopierschutz: frei

Windows PC,Mac OSX,Windows PC,Mac OSX geeignet für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Windows PC,Mac OSX,Linux

Preis: 10,99 EUR

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Lachen macht stark - Humorstrategien


 

Die Komik Emil Steinbergers (S. 120-121)

von Peter Hässig

Emil Steinbergers Definition seines künstlerischen Ziels geht deutlich hervor aus einem Interview mit dem Satire-Magazin »Nebelspalter « aus dem Jahre 1978. Es heißt da, es stehe leider nicht in seiner Macht, die Leute glücklicher zu machen, er könne lediglich »versuchen, die Menschen anzuspornen, ihr Leben mehr zu leben, ich kann mich bemühen, sie zu aktivieren, zu befreien und zur Spontaneität zu führen«.

Die Art und Weise der praktischen Umsetzung dieser humoristischen Wirkungsabsichten soll hier aufgezeigt werden. Die nachfolgende Analyse umfasst sämtliche in Bild und Ton überlieferten Einmann-Bühnenprogramme Emils sowie Steinbergers aktuelle »Kabarettistische Lesung«. Zitate aus Emil Steinbergers Programmen sind kursiv gedruckt und folgen dem Wortlaut der DVDs und CDs von Steinbergers Verlag »Edition E«. Nummern- Zitate im Schweizer Dialekt werden in Fußnoten ins Deutsche übersetzt. Dieser Beitrag wurde von Emil Steinberger persönlich gegengelesen und mit Ergänzungen versehen.

Die Emilsche Art


Im Jahre 1999 kehrte Emil Steinberger mit seiner »Kabarettistischen Lesung« nach 12jähriger Bühnen-Abstinenz ins Rampenlicht zurück. Aus den USA wieder in der Heimat, wollte er einfach als Emil Steinberger für die Promotion seiner Bücher »Wahre Lügengeschichten « und »Emil via New York« Lesungen veranstalten und Geschichten aus seinem Leben erzählen.

»Ob das Publikum mit dem STEINBERGER allein zufrieden sein wird oder man ganz automatisch auf den EMIL wartet und dann enttäuscht sein wird?«, fragte er sich. Aber das Publikum akzeptierte seine Darbietungen voll und ganz. »Ich merke auch bei meinen Lesungen«, gibt Steinberger jedoch zu verstehen, »dass ich nicht um diese gewisse EMILSCHE Art herumkomme, obwohl ich jetzt ja nur noch als STEINBERGER auftrete. Aber in der Figur EMIL stecken kleine Bestandteile von mir, von meinem Charakter, von meiner Lebensart.«

Was ist laut Steinberger die »EMILSCHE Art«? Die berühmte Emil-Figur ist ein Mensch aus kleinbürgerlichen Verhältnissen, bieder, wenig weltgewandt. Der Kabarettist Steinberger hält dem Publikum den Spiegel vor und geht »mit den gängigen Vorurteilen des Spießers hausieren«.2 Emil ist ein Mensch, wie er uns täglich begegnen kann. Besonders Emil »im Zug« zeichnet sich aus durch seine autoritäre Selbstgerechtigkeit und besserwisserische Belehrungssucht, seine mangelnde Sensibilität und vorurteilsträchtige Ignoranz gegenüber den mitreisenden Ausländern. Die »kathartische Wirkung« von Emils Humor hängt damit zusammen, dass »er sich in seinen Figuren als Sündenbock offeriert für jene Schwächen, die wir alle haben: da gesteht einer offen die kleine Lächerlichkeit ein, die einzugestehen seine Zuschauer sich schämen«.3 »Ein begnadeter Denunziant unserer Verklemmtheiten ist er.«

Die »Frau im Ausverkauf«, so ein Exempel, trägt bei »zur Erhellung unserer gesellschaftlichen Situation«, verweist auf »unsere verfluchten Eifersüchteleien und Neidereien«,5 meint sie doch beim Anprobieren einer Jacke zu einer anderen Kundin: »Möchten Sie sie gerne, hä? Wahrscheinlich!