dummies
 
 

Suchen und Finden

Titel

Autor/Verlag

Inhaltsverzeichnis

Nur ebooks mit Firmenlizenz anzeigen:

 

Perry Rhodan-Paket 53: Neuroversum (Teil 1) - Perry Rhodan-Heftromane 2600 bis 2649

von: Perry Rhodan Redaktion

Perry Rhodan digital, 2012

ISBN: 9783845329925 , 3000 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: frei

Windows PC,Mac OSX geeignet für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 59,99 EUR

Exemplaranzahl:


Mehr zum Inhalt

Perry Rhodan-Paket 53: Neuroversum (Teil 1) - Perry Rhodan-Heftromane 2600 bis 2649


 

Niemand kann bestreiten, dass die Entdeckung des Polyport-Systems und die Versetzung der JULES VERNE nach Anthuresta eine Zäsur der besonderen Art darstellte. Sie war Voraussetzung für die bevorstehenden Veränderungen, bei denen Perry Rhodan schließlich Position beziehen musste – mit allen Konsequenzen, die das mit sich bringen sollte. Hätte Perry Rhodan das Polyport-System nicht entdeckt, hätte er die Superintelligenz ES nicht gerettet, wäre er niemals Dingen auf die Spur gekommen, die schon Jahrhunderte zuvor ihren Anfang genommen hatten ... oder Jahrmillionen, je nach Sichtweise.

Dabei wies nach der Rückkehr Perry Rhodans aus Anthuresta im Mai 1463 NGZ zuerst nichts auf die Entwicklungen hin, die wenige Jahre später dazu führten, dass er nicht mehr derjenige war, als der er zu den Fernen Stätten aufgebrochen war. Er hatte die Konsequenzen seines Tuns zu tragen ...

Ohne es zu wissen, tat Perry Rhodan im Jahr 1463 NGZ den ersten Schritt in eine neue Ordnung des Kosmos. Eine Ordnung, in der künftige Generationen leben mussten. Sechs Jahre lang konnten aber sowohl die Völker der Milchstraße als auch die Anthurestas eine Entwicklung in Ruhe und Frieden genießen ...

Aus: Hoschpians unautorisierte Chronik des 15. Jahrhunderts NGZ; Kapitel 42.4.59, Die Entdeckung des Polyport-Systems und die Folgen

 

1.

Terra, Solare Residenz

5. September 1469 NGZ

 

Perry Rhodan blinzelte unwillkürlich, als das fliegende Auge genau auf ihn zuhielt, erst im letzten Moment die Richtung änderte und haarscharf an seiner Nasenspitze vorbeiflog.

Das Objektiv drehte in seine Richtung und schaute aus etwa zweieinhalb Metern Höhe auf ihn herab, und einen Moment lang hatte Rhodan den Eindruck, vor einem ansonsten unsichtbaren Zyklopen zu stehen.

Das Stimmengewirr wurde lauter. Rhodan konnte längst nicht mehr unterscheiden, wer da sprach, vor allem, da einige Medienvertreter versuchten, sich mit Akustikverstärkern brachial Gehör zu verschaffen.

Vielleicht hätte er dem Rat des Sicherheitschefs Folge leisten und sich von einem Prallfeld abschirmen lassen sollen. Aber Rhodan mochte die Nähe zu den Menschen, auch wenn einige Unverbesserliche sich nicht an die Spielregeln hielten.

Der Konferenzsaal im öffentlichen Bereich der Solaren Residenz war bis auf den letzten Platz gefüllt, und trotzdem versuchten einige Journalisten, sich aus dem benachbarten Restaurant »Marco Polo« Zutritt zu verschaffen. Die Sicherheitskräfte hatten alle Hände voll zu tun, sie daran zu hindern und das Chaos dadurch zu vergrößern. Die Reporter stellten ihre Bemühungen erst ein, als die zuständige Positronik ein Schirmfeld errichtete.

Rhodan räusperte sich, doch niemand achtete darauf. Er fragte sich, wie viele Angehörige des Personenschutzes der Solaren Residenz sich unter dem Personal befanden. Zwei hatte man ihm vorgestellt, und die hielten sich auch in seiner Nähe auf, doch wahrscheinlich hatte Ordonnanzleutnant Lech Hallon noch einige mehr aufgeboten.

Es war 13 Uhr Terrania-Standardzeit. In der Mitte des Raums bildete sich ein Holo. Es zeigte die Solare Residenz, im Volksmund Stahlorchidee genannt. Sie war im Original 1010 Meter hoch und in der Form einer Orchidee gestaltet worden, sodass sich der Hauptteil des Gebäudes in den fünf »Blütenblättern« am oberen Ende befand. Und sie schwebte in einem Kilometer Höhe über dem Residenzpark mitten in Terrania.

Das war das Startzeichen für den offiziellen Beginn der Pressekonferenz.

Der Geräuschpegel blieb trotzdem unverändert hoch. Rhodan aktivierte ein Akustikfeld. Als er sich diesmal räusperte, hörte man ihn.

»Ich freue mich, dass ihr unserer Einladung gefolgt seid, und begrüße euch herzlich, auch im Namen von Homer G. Adams vom Polyport-Konsortium. Kommen wir sofort zur Sache.«

Er rief ein Holo auf. Automatisch wurde der Raum abgedunkelt, und gedämpfte klassische Musik erklang. Sie kam Rhodan ein wenig zu theatralisch vor.

Wie als Reaktion auf seine Gedanken wurde sie schmissiger. Eine eingängige Melodie durchdrang sie, und ein Instrument trat immer deutlicher hervor, beherrschte die Darbietung schließlich. Ein siebensaitiges Kitharon.

Nun wurde es völlig still in dem großen Saal.

Wahrscheinlich hat Homer tatsächlich die richtige Idee gehabt, Rynol Cog-Láar und seine »Cosmolodics« für diese Holopräsentation zu engagieren, dachte Rhodan. Wenn der Báalol, der seine Parabegabung ganz der Musik gewidmet hatte, mit seinem Spezialinstrument aufgeigte, zog er mitunter die Einwohner ganzer Städte in seinen Bann.

Aus dem Nichts tauchte ein Holo im Saal auf. Es erschien wenige Zentimeter über den Köpfen der Journalisten und berührte fast die Decke. Langsam sank die dreidimensionale Darstellung tiefer. Sie war so groß, dass sie fast den gesamten freien Raum vereinnahmte, doch das verriet nichts davon, wie riesig das Original wirklich war.

Jeder im Saal kannte es: Es erinnerte an eine rosarote Schildkröte aus Metall. Zwei Halbschalen wurden von einem kreisförmigen Ring zusammengefasst. Die unterschiedlich gewölbten »Panzer« wirken auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig für ein Raumschiff, denn um nichts anderes handelte es sich.

Ein Hintergrund entstand aus schwarzem Nichts. Das Objekt schwebte langsam und majestätisch durch einen farbenprächtigen Wirbel aus vornehmlich rot, gelb und grün leuchtenden Proto-Sternennebeln.

Ein Kugelraumschiff näherte sich durch dieses Brodeln von kosmischem Staub, bremste ab und senkte sich auf die Oberseite des riesigen Objekts, die als Landeplattform diente.

Weitere Holos bildeten sich, über die ausschließlich Datenkolonnen abliefen und die rosarote Schildkröte genauer beschrieben. Die Halbschalen hatten einen Durchmesser von jeweils 9000 Metern, der kreisförmige Wulst einen Querschnitt von 1500. Damit betrug der Gesamtdurchmesser des Gebildes zwölf Kilometer. Hinzu kamen am Bug der Kommandoblock und am Heck der frühere Triebwerkssektor.

»Die alte BASIS«, sagte Rhodan. Tatsächlich mit einer gewissen Rührung in der Stimme, wie er überrascht feststellte. Seit wann war er so sentimental? Er hatte an der Entscheidung mitgewirkt und er hielt sie für gerechtfertigt. Gemeinsam hatten sie eine neue Aufgabe für ein altes Schlachtross gefunden, eine, der es noch gewachsen war. Das sollte eher ein Grund zur Freude sein. »Die neue sieht etwas anders aus, aber dazu kommen wir später ...«

Aber trotzdem ... Er konnte es sich nicht erklären, doch ein hartnäckig nagender Zweifel blieb. War das alles? Sollte es nun so enden? Er konnte es sich nicht vorstellen. Die BASIS hatte etwas anderes verdient.

Sie war das größte Fernerkundungsschiff gewesen, das die Menschheit jemals entwickelt hatte. Und sie war nicht bloß alt, sondern geradezu uralt. Vor fast 1500 Jahren war sie zu ihrem Jungfernflug aufgebrochen. Sein halbes Leben hatte sie ihn sozusagen begleitet.

Sie hatte Geschichte geschrieben.

Natürlich war die BASIS mittlerweile ein Relikt, längst überholt von den technischen Entwicklungen der vergangenen anderthalb Jahrtausende. Vielleicht hätte man sie längst verschrotten, ihr ein schnelles Ende bereiten sollen. Stattdessen hatte man sie vor über einem Jahrhundert in ein Spielkasino umgewandelt, verkauft an ein privates Konsortium, von dem man sie nun günstig zurückerworben hatte – nicht zuletzt dank dem Finanzgenie Homer G. Adams, einem der ältesten Wegbegleiter Perry Rhodans.

Rhodan räusperte sich wieder, und die Lautstärke der Musik wurde zurückgefahren. »Dieses Schiff brauche ich euch nicht eigens vorzustellen. Jeder kennt es, zumindest aus dem Geschichtsunterricht. Vielleicht haben einige von euch es auch schon mal betreten. Diejenigen, die hofften, schnell reich werden zu können, was ihnen aber nicht gelungen ist. Sonst wären sie ja nicht hier ...«

Leises Gelächter.

»Über das größte Schiff, das jemals im Solsystem gebaut wurde, möchte ich kein Wort verlieren, ihr habt die Daten zur Technik und zur Geschichte in euren Archiven. Sprechen möchte ich aber über den Anlass, der uns hier zusammenführt. Morgen wird die BASIS zu ihrem Jungfernflug aufbrechen. Nun ja ...«

Eine kurze rhetorische Pause.

»Zumindest zu dem für das Polyport-Konsortium. Eigentlich zu ihrem zweiten Jungfernflug. Oder auch zu ihrem dritten, wenn man so will. Was eine Jungfer ist, könnt ihr ebenfalls in den Archiven terranischer Altsprachen erfahren.«

Erneut Gelächter. Rhodan hatte das Eis gebrochen.

»Vor sechs Jahren haben wir die erste Bekanntschaft mit dem Polyport-System gemacht. In nicht einmal einem halben Jahr haben wir daraufhin nicht nur die Milchstraße und Andromeda, sondern auch das bis dahin unerreichbare Anthuresta in den Fernen Stätten von der Geißel der Frequenz-Monarchie befreit.

Danach konnten wir darangehen, die Polyport-Galaxien zu erkunden und vor allem den Kontakt mit Anthuresta zu intensivieren und die Bande mit der Stardust-Menschheit zu festigen. Das Ziel des Galaktikums muss es sein, die freundschaftlichen Beziehungen zu allen Völkern dieser weit entlegenen Region des Universums auf ein solides Fundament zu stellen und auszubauen.«

»Ja, aber warum mit der BASIS?«, hallte eine tiefe, durchdringende Stimme durch den Konferenzsaal. »Das ist doch ein Anachronismus!«

Rhodan ließ den Blick schweifen, konnte den Sprecher aber nicht entdecken. Wahrscheinlich hatte er einen Stimmverstärker benutzt. Oder er arbeitete mit technischen Tricks, hatte einen Lautsprecher in einer der fliegenden Kameras versteckt. Die...